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Künstlermemoiren sind Persönlichkeitserinnerungen, sind Bemühungen, das Leben zu beschreiben, darzustellen, wie es wirklich war, nicht, wie man es rückschauend gerne sieht. Im besten Falle. Allerdings ist Skepsis geboten. Der Spannungsbogen zwischen Wahrheit und Dichtung ist groß.
Autobiographie? Reminiszenzen? Lebenslauf? Tagebuch?
Manche erinnern sich mit der Phantasie, die für ihren Beruf Grundvoraussetzung ist.
Es gibt viele Schauspielermemoiren, zu viele, und die meisten sind nur noch des großen Namens, des vergangenen Ruhms wegen interessant, umkreisen zu eng die eigene Person, sind Selbstbespiegelung, Glorifizierung einer vergangenen Zeit und keine kritische Chronik. Im schlechten Falle. Und Rührstücke gibt es mehr als genug.
Warum schreiben Schauspieler über ihr Leben? Über ihre Arbeit, Triumphe und Fehlschläge? Über Kollegen, Regisseure, Proben, über ihre Ausbildung und über das Publikum, für das alles gemacht ist? Schauspieler gelten als eitel. Ich habe mich bemüht, nichts Eitles und nichts Geschwätziges auszuwählen. Ich habe versucht, Schauspieler zum Schreiben zu bringen. Über sich. Und das ist nicht leicht.
Inwieweit sind Lebensberichte des Schauspielers Dokumente der Theatergeschichte und inwieweit nicht? Die Erinnerung ist wie bei jedem Menschen: gut und schlecht. Und dokumentarische Treue ist bisweilen vielleicht sogar unwichtig. Authentizität und Vision sind in einem langen Leben oft nicht mehr voneinander zu treimen, schon gar nicht exakt nachprüfbar. Und wer will es schon wer kann es schon? Theater ist Sinnbild der Vergänglichkeit. Eine Theateraufführung gefällt - verfällt - zerfällt. Auch die an ihr Beteiligten gehen dahin. Nichts bleibt übrig als die Erinnerung der Zuschauer. Alles, was da war und lebte, ist vergangen.
Ich blättere in einem alten Buch: »Agnes Sorma«, die Gerhart Hauptmann eine »Königin der Anmut« nannte. Und Thomas Mann sah sie 1899 bei einem Gastspiel in München. Er, der Vierundzwanzigjährige, schrieb ihr ein Gedicht
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