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1. Kapitel
Ein Schürzenjäger, der jeder Norm und guten Sitte zum Hohn bis ins hohe Alter hinein hinter den Frauen her war, darf sich nicht wundern, wenn sein Arzt ihm praktisch das Todesurteil spricht. Der alte Jacob Arbuthnot nahm die Nachricht gelassen auf und schickte nach seinem Anwalt. Das nahe Ende eines wohlhabenden Mannes ohne direkte Nachkommenschaft löst immer tiefe Beunruhigung aus. Man überschüttet ihn mit Geschenken, und der Strom der Besucher und Neugierigen will nicht abreißen. -Der Erbe eines Familienstammsitzes hat es da leichter, er kann zumindest in finanzieller Hinsicht unbesorgt am Bett seines Vaters Wache halten, und auch der Sohn des armen Schluckers braucht sich wegen des Geldes nicht den Kopf zu zerbrechen, er überläßt es einfach der Gemeinde, für ein anständiges Begräbnis zu sorgen. Anders beim alten Jacob, den man, so wie er da auf seinem Totenbett lag, auf immerhin dreißigtausend Pfund schätzte -zu jener Zeit, im Jahre 1860, ein beträchtliches Vermögen -, und es hatte sich längst herumgesprochen, daß ihm seine wenigen noch lebenden Verwandten herzlich gleichgültig waren.
Das verhinderte freilich nicht, daß man ihn mit Geschenken überschüttete und ihm mit Besuchen und Erkundigungen nach seinem Befinden das Haus einrannte. Ganz im Gegenteil. Wer konnte wissen, was rechtzeitige Aufmerksamkeit noch alles bewirken mochte?
Mrs. Hilary, eine Nichte des alten Jacob, die Tochter seines verstorbenen Bruders James und seiner gleichfalls verstorbenen Schwägerin, kam fast täglich per Droschke von Kensington nach Belgravia herüber. Sie war die Witwe eines Admirals (aus der Heimatflotte), dem sie zwei Fähnriche zur See geboren hatte -George, so getauft nach dem Herzog von Cambridge, und Augu-stus, benannt nach dem Herzog von Sussex. Diese Ergebenheitsbeweise dem Königshaus gegenüber hatten den Jungs freilich bislang wenig eingebracht; beide warteten noch immer auf ihre Beförderung zum Leutnant, überdies waren sie so häufig auf See, daß ihr Großonkel Jacob sie kaum kannte. Auch jetzt waren sie unterwegs, doch Mrs. Hilary, die treusorgende Mutter, hatte ihre Namen auf eine Karte gemalt und diese mit einem Krug Guaven-gelee - von Georgey und Gus - herübergeschickt.
Henry Mclntyre, nur ein Vetter zweiten Grades, spendierte ein Dutzend Flaschen Portwein von Berry's in der St. James's Street,
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