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ERSTES KAPITEL
Bei Moscrops holte ich die Wäsche gern ab. Auch meine Mutter wusch am liebsten für Moscrops. Frau Moscrop legte nämlich immer eine Stange gelber Seife mit zur Wäsche. Daran dachte sonst niemand.
Moscrops Laden lag an einer Ecke, mit der Vorderseite nach der Hauptstraße. Um hinten nach der Backstube zu kommen, mußte man die Seitenstraße hinuntergehen. An jenem Abend sah das Schaufenster besonders bunt aus. Gelber Nebel wogte durch die Straßen. Es war ein paar Tage vor Weihnachten. Papierlaternen mit brennenden Kerzen, länglich wie eine Ziehharmonika oder kugelförmig, verstärkten das Licht der beiden Gasflammen, die für gewöhnlich das Schaufenster erhellten. Ein langes Messingrohr lief am Fenster entlang, aus dem ein halbes Dutzend Gasbrenner hervorsprossen, aber angezündet wurde stets nur einer an jedem Ende. Moscrops mußten wohl mit dem Pfennig rechnen wie wir alle in Hulme; aber das fiel mir damals noch nicht auf.
Moscrops Laden war eine Oase von Helligkeit in der schmutzigen Gegend, wo Jungen und Mädchen herumlungerten und sich trafen. Und an jenem Abend, da in jedem Kuchen ein Stechpalmenzweig steckte und bunte Papierketten von einem Lampion zum anderen baumelten, da an einer Schnur, die wie von Rauhreif funkelte, »Fröhliche Weihnachten« in einzeln aufgereihten Silberbuchstaben zu lesen stand, nahm sich Moscrops Schaufenster so zauberhaft aus, wie es sich ein Kind nur wünschen konnte. Da gab es knusperbraun gebackene Brote, Kuchenbrötchen, aus denen Korinthen quollen, weihnachtliche Plumpuddings in festlicher Aufmachung und hohe Gläser mit Keks und Bonbons.
Als ich die Tür aufstieß, schlug die tonlose Glocke an, eigentlich mehr ein Klick als ein Klingeln, und drinnen war ich; die rauhe Nacht blieb draußen, und ich stand im warmen, nahrhaften Dunst des Ladens. Hinten aus der guten Stube
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