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Gemäldegalerie Dresden alte Meister [antikvár]

 
VORWORT Der Begründer der klassischen Archäologie und neueren Kunstwissenschaft, Johann Joachim Winckelmann (1717—1768), gehörte zu den ersten Persönlichkeiten, die den Reichtum und die Bedeutung der Dresdener Galerie priesen. Er studierte zwischen 1748 und 1754 die Kunstschätze an Ort und Stelle, rühmte Dresden als die erste Kunststadt des Nordens und vermerkte in seinem „Fragment einer Beschreibung der vorzüglichsten Gemälde der Dresdener Galerie", in dem bereits Grundlinien für die wissenschaftliche Wertung vor allem der...
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VORWORT Der Begründer der klassischen Archäologie und neueren Kunstwissenschaft, Johann Joachim Winckelmann (1717—1768), gehörte zu den ersten Persönlichkeiten, die den Reichtum und die Bedeutung der Dresdener Galerie priesen. Er studierte zwischen 1748 und 1754 die Kunstschätze an Ort und Stelle, rühmte Dresden als die erste Kunststadt des Nordens und vermerkte in seinem „Fragment einer Beschreibung der vorzüglichsten Gemälde der Dresdener Galerie", in dem bereits Grundlinien für die wissenschaftliche Wertung vor allem der italienischen Meisterwerke der Galerie im Sinne einer historischen realistischen Kritik erkennbar sind, daß all' das Schöne in den Werken der großen Meister „sich nur sehen, nicht sagen läßt". Unter dem Einfluß der begeisterten Schilderungen Winckelmanns reiste der junge Goethe als Leipziger Student 1768 zum ersten Mal nach Dresden, um die Galerie zu besichtigen. Rückschauend erzählt er in „Dichtung und Wahrheit" (herausgegeben in vier Teilen zwischen 1811—1831): „Die Stunde, wo die Galerie eröffnet werden sollte, mit Ungeduld erwartet, erschien. Ich trat in dieses Heiligtum, und meine Verwunderung überstieg jeden Begriff, den ich mir gemacht hatte. Dieser in sich selbst wiederkehrende Saal, in welchem Pracht und Reinlichkeit bei der größten Stille herrschten, die blendenden Rahmen, alle der Zeit noch näher, in der sie verguldet wurden, der gebohnte Fußboden, die mehr von Schauenden betretenen als von Arbeitenden benutzten Räume gaben ein Gefühl von Feierlichkeit, einzig in seiner Art, das um so mehr der Empfindung ähnelte, womit man ein Gotteshaus betritt, als der Schmuck so manches Tempels, der Gegenstand so mancher Anbetung hier abermals, nur zu heiligen Kunstzwecken aufgestellt, erschien." Wir könnten viele Seiten mit den Stimmen namhafter Dichter, Künstler und Gelehrter füllen, die während ihrer Besuche in der berühmten Stadt am Elbestrom die kostbaren Werke der Galerie bewunderten und sich mit ihnen auseinandersetzten: die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel, Heinrich von Kleist, Franz Grillparzer, Hans Christian Andersen, Carl Gustav Ca-rus, Hermann Grimm, Gerhart Hauptmann, N. M. Karamsin, K. P. Brüllow, W. G. Belinski, Leo Tolstoi, F. M. Dostojewski, I. J. Repin, K. Fedin, Madame de Staël, Stendhal, Balzac, L. Aragon und J. Cocteau. Entstand die Galerie als Ausdruck rücksichtslosen politischen Machtstrebens, — aus dem Willen, mit fürstlichem Glanz „den Gesandten und anderen ansehnlichen Fremden recht in die Augen" zu leuchten (Graf Brühl), so ist sie heute im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Nationalheiligtum des werktätigen Volkes geworden.

Termékadatok

Cím: Gemäldegalerie Dresden alte Meister [antikvár]
Kiadó: Generaldirektion der Staatliche Kunstsammlungen
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 140 mm x 210 mm
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