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Johannes R. Becher, der leider viel zu früh verstorbene Minister für Kultur der Deutschen Demokratischen Republik, sagte im November 1955 nach der Heimkehr der von der Sowjetarmee in den Kriegswirren vor der Vernichtung geretteten Meisterwerke der Dresdener Gemáldegalerie: „Den Dank, den wir der Sowjetarmee schulden, können wir nur dadurch abstatten, daB wir die Dresdener Gemáldegalerie als ein Nationalheiligtum wiedererstehen lassen, das dem ganzen deutschen Volke zugánglich ist und das, wenn wir sehend seine Sálé durchwandern, uns zu belehren vermag, daB nur in einem friedlichen Volke, nur in einem Vaterland des Volkes auch die Schönheit ihre wahre Heimat finden kann." Als im Jahre 1955 die Sowjetregierung die vom Sowjetvolk liebevoll bewahrten und gepflegten Meisterwerke der Dresdener Gemáldegalerie dem deutschen Volk übergab, wurde auf BeschluB der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik die am 13. Február 1945 von angloamerikanischen Bőmben zerstörte Sempergalerie aufgebaut. Mit dem Neuaufbau des vor 100 Jahren nach den Plánén des genialen Baumeisters Gottfried Semper geschafTenen Museumsgebáudes wurde am 29. Juni 1955 begonnen. In 11 Monaten war der erste Bauabschnitt fertig, und am 3. Juni 1956 wurde die Gemáldegalerie in ihrer früheren Heimstatt neu eröffnet, allerdings zunáchst nur in einem Teil - der reichlichen Hálfte - der früheren Ausstellungsráume. Zur 400-Jahrfeier der Dresdener Kunstsammlungen war auch der letzte Bauabschnitt der Sempergalerie fertiggestellt, und am 31. Október 1960 konnte die neu eingerichtete Gemáldegalerie in ihrem nun vollstándig wieder aufgebauten Museumsgebáude eröffnet werden. Ein Stück mühevoller Aufbauarbeit ist beendet. Stein auf Stein wurde gefügt, und in liebevoller Kleinarbeit wurde das herrliche Denkmal einer vergangenen Epoche wiederhergestellt. Für diese groBartige Leistung gebührt allén Dank und Anerkennung, die an diesem Werk beteiligt waren. Dank gebührt auch dem Handwerk und den vielen, die durch freiwillige Arbeit, durch Spenden und andere freiwillige Hilfeleistungen mit dazu beigetragen habén, daB die Heimstatt der kostbaren Gemálde, der Bau des groBen Meisters Gottfried Semper, in altér Schönheit wiedererstanden ist. Beim Neuaufbau der Sempergalerie stand die Fürsorge für die kostbaren Gemálde im Vordergrund. Das ÁuBere des Gebáudes wurde genauso wiederhergestellt, wie es vor der Zerstörung gewesen war. Soweit es die Struktur und der Charaktér des vor 100 Jahren errichteten Gebáudes ermöglichten, wurde es in seinem Inneren nach modernen Gesichtspunkten so gestaltet, daB die herrlichen Kunstwerke eine noch schönere und würdigere Heimstatt als früher bekommen habén. In unserem Gástebuch habén hervorragende Persönlichkeiten aus der 5