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GEO Juni 1982 [antikvár]

 
Anschlag auf das Leben der Tiefsee? In Nr. 4/1982 berichteteGEO über die Ex-peditlon des deutschen Forschungs-schiffes „Sonne", das wertvolle Erze am Boden der Tiefsee aufspürte Da brechen die GEO-Redak-teure fast in Euphorie aus, wenn aus einigen tausend Me-ter Tiefe kobalthaltige Knol-len geborgen werden, verges-sen dabei aber, wie sehr eine solche Förderung die beste-henden Ungleichgewichte zwischen Nord und Süd ver-schárfen und die Umwelt noch mehr belasten wird. Ge-rade Konsortien aus multina-tionalen Unternehmen sche-ren sich...
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Anschlag auf das Leben der Tiefsee? In Nr. 4/1982 berichteteGEO über die Ex-peditlon des deutschen Forschungs-schiffes „Sonne", das wertvolle Erze am Boden der Tiefsee aufspürte Da brechen die GEO-Redak-teure fast in Euphorie aus, wenn aus einigen tausend Me-ter Tiefe kobalthaltige Knol-len geborgen werden, verges-sen dabei aber, wie sehr eine solche Förderung die beste-henden Ungleichgewichte zwischen Nord und Süd ver-schárfen und die Umwelt noch mehr belasten wird. Ge-rade Konsortien aus multina-tionalen Unternehmen sche-ren sich nicht um die mensch-lichen und umweltvertrág-lichen Konsequenzen ihrer Handlungsweisen. Solche Tiefsee-Ressourcen bringen die Menschen nur weiter da-von ab, sich um eine gesünde-re Kreislaufwirtschaft zu be-mühen, in der Recycling groB geschrieben wird, anstatt standig nach neuen Rohstoff-quellen zu suchen und dabei die Natúr weiter zu verschan-deln. Auch wenn die Welt-meere unbegrenzt groB er-scheinen, so sind sie doch nur endlich. Sie sind genauso end-lich, wie uns die Landfláche jetzt schon endlich ist, obwohl sie den Menschen vor noch nicht einmal 200 Jahren fast kein Ende zu nehmen schien. LOTHAR ESSER 1000 Berlin Zweifellos stellen die Man-ganknollen der Tiefsee eine wissenschaftlich und wirt-schaftlich faszinierende La-gerstátte dar, aber ihre Aus-beutung birgt groBe Gefahren in sich. Fortschritt ist-wie wir doch heute wissen - nicht nur beherrschte Technologie, sondern muB sich ebenso not-wendig auch an den ökologi-schen Gegebenheiten orien-tieren. Berge von Literatur liegen zwar über Bildung und LagerstáttengröBe der Man-ganknollen vor. Diskussionen über internationale Konzes- sionsabkommen finden seit vielen Jahren statt, nur ernst-hafte Überlegungen über die Folgen solcher Eingriffe in das Ökosystem Ozean sind mir nicht bekannt geworden. Kurzfristig mag der Tiefsee-Bergbau wirtschaftlich zwar gewinntráchtig sein, aber nach unserem Kenntnisstand über die Ökologie der fiacheren Meere kann durch die „Tiefsee-Staubsauger-Tech-nologie" der noch empfindli-chere Extrem-Biotop Tiefsee über riesige Areale auf sehr lange Zeit entscheidend ge-stört werden - mit Folgen, de-nen gegenüber der mögliche Gewinn aus dem Bergbau minimai wáre. Prof. Dr. G. HILLMER Geologisch-Paláontoiogischeslnstitut 2000 Hamburg In Ihrem Artikel sind die Scháden, die durch die Förderung dieser erzhaltigen Knol-len entstehen, nicht berück- Titelfoto derGEO-Re-portage überMangan-knollen-forschung; Nr. 4/1982 sichtigt worden. Nach Auffas-sung Professor Schneiders vom Paláontologischen Insti-tut der Universitát Göttingen wie auch nach Analysen der US-Umweltbehörde NOAA (National Oceanic and At-mospheric Administration) sind Schádigungen der marínén Umwelt zu gewártigen: sowohl durch Zerstörung des Lebens innerhalb des Abbau-feldes wie durch Verdriftung aufgewirbelten Schlamms. Bei einer angenommenen Zahl von neun Abbauschiffen - um eine für wirtschaftlich ge- haltene Abbaumenge von drei Millionen Tonnen pro Jahr zu gewáhrleisten - würden jáhr-lich 102,6 Millionen Tonnen Feinschlamm aufgewirbelt und 4860 Quadratkilometer biologisch zerstört. Die Schlammpartikel brauchen zwischen vier und 114 Jahren, bis sie sich wieder am Meeres-boden ablagern. Angesichts der unterschiedlichen Strö-mungsgeschwindigkeiten im Pazifik dürften die Schlamm-wolken sogar jahrhunderte-lang im Ozean schweben - mit unvorhersehbaren Konsequenzen für schwimmende und schwebende Organismen. BURKHARD DINGLINGER 4355 Waltrop Bei den wissenschaftlichen Arbeiten über Manganknollen werden durchaus Gesichts-punkte des Umweltschutzes berücksichligt. Bedrohliche Störungen eines ökologischen Gleichgewichts sind nach dem heutigen Stand der Forschung durch den Abbau dieser Mee-reserze nicht zu erwarten, nicht zuletzt, weil das auf relativ kleinen Flachen der Tiefsee passiert und in Zonen, in denen nur sehr weni-ge Lebewesen existieren. Red. Warum die Sau nicht nach Schwein schmeckt lm GEO-Forum Nr. 4/1982 glng der Tier-medlzlner Prof. Dr. Heiner Sommer den Ursachen für die mlserable Qualitat des Schweinefleisches auf den Grund Rache der Biologie soll wohl heiBen, Irrweg der Tierzüch-tung. Der Kundé ist an allém schuld! Wird dieser aber nicht standig nach wirtschaftlichen und politischen Motiven pro-grammiert und reglemen-tiert? Dabei ist er immer der Betrogene. Ist das Schweine-fleisch fett, dann konsumiert er mit dem Fett all die Gifte, die man über die Futtermittel den Tieren zuführt. Ist das Schweinefleisch mager, dann kommt statt Fett Wasser zum Verkauf, das jetzt in übergro-Ben Zellen gespeichert ist. Wer aber Wasser als Fleisch verkauft, der betreibt ganz of-fensichtlich einen Betrug. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Manipulationen legalisiert sind oder nicht. Weit schlim-mer aber ist, daB es sich bei dieser Schweinerei eindeutig um kranke Tiere handelt, die ohne eine Dauerbehandlung gar nicht lebensfáhig sind. All dies ist zwar bekannt. Aber auch die zunehmende Resig-nation - „Wir können ja doch nichts daran ándern" - gehört zum allgemeinen Bankrott unserer Zeit. Und dann noch zu behaupten, es sei der Schweineschnitzelkáufer, der indirekt zur Tierquálerei und zum ArzneimiBmittelbrauch anstifte, das ist der nackte Hohn, ein unertráglicher Zy-nismus. DR.E. MEDER 6702 Bad Dürkheim Prof. Sommer behauptet, ein Bauer, der ohne Arzneimittel arbeite und seine Schweine natürlich aufziehe, könne SchluB machen. Zitát: „Nie-mand wird ihm die Ware ab-nehmen, geschweige denn einen gerechten Preis dafür be-zahlen." Dies ist unwahr. Meine Familie kauft ihr Schweinefleisch bei einem Bio-Bauern: Ein Viertel Sau (zerteilt, ohne Kopf) kostet 6,50 Mark pro Kilo! Durch die Direktvermarktung be-kommt der Bauer vom Ver-braucher das gleiche Geld wie von irgendeinem Zwischen-hándler. Der lángere An-fahrtsweg zum Hof wird durch Gemeinschaftsbestel-lung mehrerer Familien und Teilung der Fahrtkosten kom-pensiert. Und die Sau schmeckt nach Schwein, dar-auf brauchen Sie kein Gift zu nehmen! WOLFGANG HOFER 8031 Alling

Termékadatok

Cím: GEO Juni 1982 [antikvár]
Kiadó: Verlag Gruner+Jahr AG & Co.
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 210 mm x 270 mm
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