Bővebb ismertető
Die » Grünen«
dürf en nicht sich selber
überlassen werden
Hermann Schreiber (orderte, daB dle »Grünen« alch darauf elnrlchten miis-sen, kalkulierbarzu werden; GEO-Foruin Nr. 8/1982
Hermann Schreiber meint,
„Fundamentalopposition" reiche nicht. Auch die Grü-nen müBten „teilhaben an ei-nem Konsens zur Abwehr der ökologischen Katastrophe". Das stimmt, aber warum hat er nicht einen unserer Spit-zenkandidaten dazu befragt? Wenn Petra Kelly ím Wahl-kampf gesagt hat, wir seien ei-ne „Antipartei", die „die eta-blierten Politiker entblöBen" müsse, so ist das situationsbe-dingt. Nur die Sturheit und Gehássigkeit mancher Eta-blierten hat sie dazu gezwun-gen.
Dr. med. WALTÉR HARLESS . LandtagskandidatderGrünen 8000 München
Es ist leider richtig, daB die Katastrophe nicht in den Parlamenten aufgehalten werden kann. Dieser Weg wáre auch den „Grünen" einfacher, weil bequemer. Die Friedens- und Naturfreunde aber sind sogar bereit, ihre fanatische Le-bens-Liebe auch in Aktivitá-ten auBerhalb der Parlamente zu zeigen. Und allenthalben reagieren die „verantwortli-chen" Partéién bereits emp-findlich auf die schiere Exi-stenz der Neuen und deren Gedanken und versuchen, durch Annáherung und Kom-promisse ihre eigene Macht zuerhalten.
HORSTMAURER 6057 Dietzenbach
Irritation ist in der Tat ein Charakteristikum der „Grünen": Irritation auf Grund der erdrückenden Füllé von analytisch geprágten Infor-mationen in einer hochtechni-sierten Industriegesellschaft und auf Grund des Anspruchs der „Grünen", einen grundle-gend anderen Lebensentwurf in ein politisches Programm
umzusetzen. Indessen ver-wechselt Hermann Schreiber Kalkulierbarkeit mit Verfüg-barkeit. Die Grünen sind trotz der Vielfalt ihrer Mei-nungen und Ideen, trotz ihres Mangels an parteilicher Uni-formitát sehr wohl kalkulier-bar: Sie habén sich zum Ziel gesetzt, unsere Erde vor wei-teren verheerenden Folgen der „seríösen" Politik der eta-blierten Machthaber zu be-wahren, das heiBt der militári-schen und ökologischen Ver-nichtung der Welt entgegen-zutreten. Kurz: Kein noch so ausgefeiltes politisches, sozia-les bzw. ökologisches Programm könnte ein millionen-faches Aha bei uns auslösen,
Verseucht der Bauer die ganze Nation?
Ein Bauemsohn aus Mlttelfranken ver-wahrt alch dagegen, daB der deutsche Landwlrt zum Umweltaündenbock Nr. 1 gestempeltwerde
Da arbeitet ein Bauer das ganze Jahr bei Hitze, Frost und Regen, kennt Urlaub und Wochenend fast nur als Fremdwörter, steht früher auf als die meisten und hat ir-gendwann mai zwischen sie-ben und neun Feierabend, schaut dann in die Zeitung und liest, daB er der Umwelt-feind Nr. 1, der Giftspritzer, der chemieabhángige Bau-erndepp ist, der keine Ah-nung hat, daB er mit seinen Pestiziden ganz Deutschland verseucht.
Als ob jeder Bauer leiden-schaftlich düngen und sprit-zen würde, je mehr, um so besser. Denkste! Je weniger, um so besser! Dünger und Spritzmittel gehören schlieB-lich nicht zu den Sonderange-boten im Supermarkt, son-dern gehen extrem ins Geld. Bei einem Preis von ca. 25 Mark für den Zentner Dünger spart normalerweise jeder Bauer gern.
sondern mehr der ProzeB ei-nes maBvollen Zurückfindens zu gelebter und nicht nur pro-pagierterökologie.
ANNEMARIE BORGMANN REINO KROPFGANS 5600 Wuppertal
Wir habén keine andere Wahl mehr, wenn wir menschen-würdig weiterleben wollen, als uns um eine neue Grund-haltung zum Leben zu bemü-hen. Hier ist ein revolutioná-rer Geisteswandel dringend erforderlich. Wollten wir in dieser Situation die „Grünen" sich selbst überlassen und sie den Chaoten auslie-fern, so wáre dies ein ernster, bedrohlicher Fehler. Wir soll-ten endlich begreifen, daB wir
Vorfálle wie das Vogelster-ben am Bodensee durch ein Máusegift sind in der Tat ein Skandal, aber man kann des-wegen nicht in einem pau-schalen Rundumschlag Bau-ern und Chemie verteufeln. Die Chemiker schlafen ja auch nicht, sie forschen weiter nach verbesserten Pflanzen-schutzmöglichkeiten. Die „Alternativen" aber laufen anscheinend mit einem „Ich will zurück in die Steinzeit"-Komplex rum.
Es gibt im Bereich Landwirt-schaft/Chemie genug Aus-wüchse, die man angreifen muB: die Sauerei mit dem Östrogen-Gespritze bei Kál-bern, die Tierschinderei bei Massentierhaltung in Agrar-fabriken, die Verindustriali-sierung der Landwirtschaft. Wer aber auf Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel ver-zichten will, weil es ein Ein-griff in die Natúr ist, müBte konsequenterweise auch auf Autó, Flugzeug, Heizen und sogar auf Waldspaziergánge verzichten. Niemand weiB besser als ein Bauer, daB an unserer Umwelt die gröBten Vergewaltigungen begangen
in eine Sackgasse geraten sind. Es ist eben irrig zu mei-nen, die Erkenntnisse unserer exakten Naturwissenschaften seien der Weisheit letzter SchluB, wir hátten mit diesem Wissen die Wirklichkeit im Griff, wáhrend wir tatsáchlich nur unbekannte GröBen ma-nipulieren. Denn wie sagte schon Konrád Lorenz: „Der . . . Irrglaube, daB nur physikalisch-chemisch Defi-nierbares und quantitativ Verifizierbares reale Existenz habe, führt zu einer bedrohli-chen Entmenschung . . . rao-derner Zivilisationsmenschen zu allém Lebendigen."