Bővebb ismertető
Der Name Georg Friedrich Hándel ruft im deutschen Musik-freund fast unwillkürlich die Gedankenverbindung mit Johann Se-bastian Bach hervor, áhnlich wie in der Literaturgeschichte Goethe und Schiller zusammen genannt werden. Man spricht geradezu von einem Zeitalter Bachs und Hándels, vergleicht die beiden grófién Künstlerpersönlichkeiten und wágt wohl gar den einen Meistergegen den anderen ab. Rein zeitlich verlaufen ihre Lebens-wege tatsáchlich nebeneinander, so dafi in ihrer Musik gewisse gemeinsame zeitstilistische Merkmale feststellbar sind. Hier endet jedoch die Übereinstimmung bereits, denn die Verschiedenheit der gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen sie lebten und schu-fen, verursachte eine völlig andersgeartete künstlerische Ent-wicklung.Wahrend Bachs Lebensweg innerhalb eines engen Kreises verlief und nicht über die damaligen Grenzen Deutschlands hinaus-reichte, hat sich Hándel weit in Európa umgesehen. Selten habén gleichaltrige, aus derselben Landschaft stammende Künstler sich so weit voneinander entfernt wie sie. Obgleich sie zeitweise eine áhnliche Ausbildung auf der Orgelbank erfuhren, wurden doch schon ihre frühesten Jugendeindrücke durch so verschiedenartige gesellschaftliche Gegebenheiten bestimmt, dafi ihre Wege aus-einander führen mufiten. Bach stammte aus einer thüringischen Musikantenfamilie, in der es eigentlich selbstverstandlich war, dafi auch aus diesem Spröfiling einmal ein Organist, ein Ratsmusikant, ein Schulkantor oder ein fürstlicher Kapellmeister werden würde, und auch seine Söhne wurden wieder zu Musikern erzogen. Hándel dagegen war der erste Musiker in seiner Familie und blieb zu-gleich ihr einziger. Bach entwickelte sich in kleinen Stádten, gegen die seine letzte Lebensstátion, Leipzig, als Weltstadt erscheinen mufite. Hándel kam schon als Kind mit höfischen Kreisen in Be-rührung; zudem wurde Halle 1694 Sitz einer modern eingestellten, der neuen subjektiveren Lebenshaltung und der Aufklárung zu-geneigten Universitát. Mánner wie der Pádagoge August Hermann Frahcke, der wegen seiner fortschrittlichen Haltung von der Leipziger Universitát verdrángte Jurist Christian Thomasius und spáter der in Leipzig ebenfalls unerwünschte Philosoph Christian Wolff gaben der Stadt in geistiger Hinsicht ein der neuen Zeit zu-gewandtes Gepráge. Efst wahrend Bachs Tátigkeit als Thomas-kantor gewann auch in Leipzig das neue Denken an Boden, und der ZusammenstoG zwischen dem aufgeklárten Thomasrektor Johann August Ernesti und Bach, der die Jugendeindrücke seiner in orthodoxer Bindung verlaufenen Erziehung mit sich trug, be-