Bővebb ismertető
EinleitungSine ira et studio (ohne Zorn und Parteilichkeit) zu berichten, ist der berühmt gewordene und oft zitierte Leitsatz des römischen Geschichtsschreibers Tacitus im ersten Kapitel seiner Annalen. Seine Wahrheitsliebe ist anerkannt, sein Quellenstudium und seine Quellenkritik sind vorbildlich. Infolge seiner gründlichen und anschaulichen Darstellungsweise wird Tacitus mit Recht zu den bedeutendsten antiken Historikern gerechnet.Über sein Leben ist nur weniges bekannt. Um das Jahr 55 nach Christus wurde Publius Cornelius Tacitus geboren. Er gehörte der berühmten Aristokratenfamilie der Cornelier an, einem der ältesten Patriziergeschlechter, dem z. B. Scipio, der Bezwinger Hannibals, und Cornelia, die hochgebildete Mutter der Gracchen, entstammen. Tacitus genoß die übliche rednerische und philosophische Ausbildung und bekleidete 97 n. Chr. das höchste römische Staatsamt, das Konsulat. Später wurde er Statthalter der Provinz Asia (in Kleinasien). Er starb um 120 n. Chr.Mit tiefstem Abscheu und verhaltenem Groll gegen das verhaßte Cäsarentum begeisterte er sich für die große Zeit der römischen Republik, in der die Scipionen neben anderen hervorragenden Staatsmännern und Feldherren die römische Weltherrschaft begründet hatten. Sein Staatsideal ist die aristokratische Republik.Verbittert und empört über die Entartung seiner Zeit und den sich anbahnenden Verfall des Reiches, trat er nach dem Tode Domitians (96) mit seinen Werken an die Öffentlichkeit. In den Historien behandelt er zunächst die selbsterlebte Zeit (69-96), dann in den Annalen (der eigentliche Titel lautet ab excessu divi Augusti = nach dem Tode des verewigten Augustus) die Regierungszeit des seltsamen, düsteren Tibe-rius (14-37), des dem Cäsarenwahn verfallenen Caligula (37-41), des von der zügellosen Messahna und herrschsüchtigen Agrippina beherrschten Claudius (44-54) und des wegen seiner Grausamkeit berüchtigten Nero (54-68).Wenn Tacitus auch nach objektiver Darstellung der Ereignisse trachtet, so ist er doch kein Historiker im modernen Sinne; seine subjektive Einstellung, sein verhaltener Groll und ein Zug tiefer Resignation sind in allen seinen Werken deudich spürbar. Tacitus ist ebensosehr Künstler wie Geschichtsschreiber. Es geht ihm nicht allein um den Stoff, sondern