Bővebb ismertető
EinführungIn diesem Sammelband werden auf der Grundlage der jüngeren historischen Entwicklungen Möglichkeiten und Grenzen für die Schaffung eines gemeinsamen Europa untersucht. Ziel des Bandes ist es, eine solide und umfassende Grundlage für zukünftige Diskussionen zu liefern, eine Art Handbuch also, das für Schüler und Studenten ebenso nützlich ist wie für Politiker und Wissenschaftler. All diejenigen, die sich mit den komplexen Fragen des gesamteuropäischen Entwicklungsprozesses auseinandersetzen wollen, waren bisher auf mehr oder minder zufällig verfügbare Analysen verwiesen. Dieser Band will dazu beitragen, Lücken zu schließen.Der Begriff Gesamteuropa ist diffus. Er kann geographisch, politisch, kulturell und gesellschaftlich definiert, aber auch als Vision für das Zusammenwachsen der beiden ehemals antagonistischen Hälften des Kontinents verstanden werden. Der Westen kann nicht länger in der Illusion leben, daß Europa eigentlich nur Westeuropa meint. Genausowenig kann der Osten heute schon erwarten, quasi automatisch zum integralen Bestandteil der westeuropäischen Wohlstandsgesellschaften zu gehören. Über Jahrzehnte haben beide Hälften des Kontinents ein sich abgrenzendes Selbstverständnis kultiviert. Durch die fundamentalen Veränderungen, die seit 1989 in Osteuropa stattfanden, haben sich jedoch die Parameter für die zukünftige Entwicklung im gesamten Europa grundlegend verändert. Die Situation ist nicht mehr durch die bipolare Konfrontation zwischen zwei feindlichen Ideologien und gegensätzliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Systeme gekennzeichnet und auch nicht mehr durch Versuche, die Auswirkungen der Teilung Europas vor allem durch entspannungspolitische Initiativen zu mildern.Vielmehr folgt aus dem Scheitern der realsozialistischen Gesellschaften in Osteuropa und der Sowjetunion die Notwendigkeit, die Demokratisierungsprozesse in den östlichen Staaten zu unterstützen und die Einheit des Kontinents auf allen Ebenen anzustreben. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konflikte im Verlauf der Transformationsprozesse erfordern die Aufmerksamkeit und das Engagement aller beteiligten Akteure. Das bedeutet zunächst und primär, daß die westeuropäischen Staaten außenpolitische Lethargie und nationalen Egoismus überwinden, initiativ werden und Unterstützung und Hilfe in stärkerem Ausmaß mobilisieren.Damit sind aber außerordentlich große Schwierigkeiten verbunden, weil die Akteure (Staaten, staatUche und nicht-staatliche Organisationen usw.) bzw. die entstandenen Strukturen und Regime in Ost- wie in Westeuropa nicht darauf vorbereitet sind. Es liegen kaum Konzepte vor, die den komplexen Herausforderungen gerecht werden: Die betroffenen Staaten und nichtstaatlichen Akteure tendieren dazu, entsprechend ihren jeweiligen Interessen, fallweise und unkoordiniert zu handeln. Damit wird der Prozeß der Schaffung eines gemeinsamen Europa mit einer Vielzahl von Problemen belastet, die in ihren Konsequenzen noch nicht übersehen werden können, die aber analysiert und bewertet werden müssen, um ein Zusammen-wuchern der Teile Europas zu vermeiden.