Bővebb ismertető
Der Boulevard du Gange, der sich am östlichen Stadtrand von Amiens entlangzog, war eine breite, stille Straße. Die Lastwagen, die aus Lille und Arras in nördlicher Richtung in die Stadt kamen, rollten direkt zu den Gerbereien und Webereien des Viertels Saint Leu, ohne diese von Wagenrädern zerfurchte, baumbestandene Straße benutzen zu müssen. Die der Stadt zugewandte Seite des Boulevards grenzte an ausgedehnte Gärten, die mit gutbügerlicher Genauigkeit geteilt und den Häusern zugeordnet worden waren. Auf den feuchten Rasenflächen wuchsen Kastanien, Flieder und Weiden, die ihren Besitzern Schatten und Ruhe spendeten. Die Gärten waren verwildert und überwuchert, ihre weiten Rasenflächen und üppigen Hecken umschlossen manchmal kleine Lichtungen, Tümpel und verschwiegene Stellen, voller Gras und wilden Blumen, die nicht einmal von den Bewohnern aufgesucht wurden.Hinter den Gärten verzweigte sich die Somme in kleine Kanäle, die Saint Leu sein malerisches Gepräge gaben; auf der anderen Seite des Boulevards hatte man diese Kanäle in eine Vielzahl von Wassergärten verwandelt, kleine Inseln feuchter Fruchtbarkeit, die durch die Arme des sich verzweigenden Flusses voneinander getrennt wurden. Auf langen, flachbödigen Kähnen, die durch Staken vorwärtsbewegt wurden, glitten die Stadtbewohner an Sonntagnachmittagen über diese Wasserstraßen. Uberall am Fluß und seinen Seitenarmen saßen Angler zusammengekauert über ihren Ruten, unterhalb der Kathedrale in Hut und Mantel, hemdsärmelig an den Ufern der Wassergärten, und warfen ihre Leinen nach Forellen und Karpfen aus.Hinter einem schmiedeeisernen Zaun zeigte das Haus der Azaires zur Straßenseite eine stattliche, konventionelle Fassade. Passanten, die zum Flußufer hinuntergingen, würden zweifellos davon ausgehen, daß es sich um das Anwesen eines vermögenden Mannes handeln mußte. Ein Schieferdach überspannte den-9-