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GELEITWORT
Dieses Buch ist die erste umfassende Geschichte der amerikanischen Technik
und Erfindungen; das gibt ihm seine besondere Bedeutung. Statt der schon so
oft erzählten Geschichte des Puritanismus, der Politik, der Gesetzgebung und
der Verfassungskämpfe, der Kriege und des lockenden Neulands im Westen
der Vereinigten Staaten, erhalten wir hier einen großartigen Bericht über ihre
technischen Errungenschaften. Das Quellenmaterial beginnt mit dem Kampf
der Pioniere gegen die Natur und führt den Leser bis in das Zeitalter der
Automation und des Atoms. Für seine Aufgaben in dem jungfräulichen Lande
brachte der amerikanische Kolonist die alten technischen Verfahren, die neue-
ren politischen Ideen und oft den aufrührerischen religiösen Glauben aus
jenem Europa mit, das er hinter sich gelassen hatte. Zusammen mit seiner
körperlichen Zähigkeit ergab das eine Mischung, die für seine Zeit und seine
Aufgaben ein ideales Rüstzeug bildete.
Professor Oliver, der emeritierte Historiker der Universität Pittsburgh, be-
handelt die lange vernachlässigte Entwicklungsgeschichte von der primitiven
Technik der Kolonialzeit bis zu den beherrschenden Charakteristika der ameri-
kanischen Kultur, eine Entwicklung, die durch Genie und Scharfsinn bewirkt
worden ist. Anfangs fließt der Fluß der Entwicklung nur langsam, aber mit
der Anwendung wissenschaftlicher Verfahren schwillt er an zu einem reißen-
den Strom, der durch die soziale Formungskraft des Menschen eingedämmt
und gebändigt werden muß. Können wir diese neue Welt in den Dienst
sozialer und geistiger Triumphe stellen? Die Forderung, es zu tun, stellte ich,
mit anderen Worten, vor etwa fünfundzwanzig Jahren. Heute ist die Frage
noch bedeutend dringlicher geworden, und das erklärt mein starkes Interesse
an diesem außerordentlich nützlichen Buch.
Das Werk ist die Frucht einer zwanzigjährigen Lehrtätigkeit und wissen-
schaftlichen Studiums dieses Themas. Es sollte ein Anreiz sein, sich auch im
Rahmen der Geisteswissenschaften an den Universitäten und an jeder In-
genieur- und technischen Fachschule damit zu befassen. Der junge Student der
Naturwissenschaft wird dadurch nicht nur von neuem Stolz auf seinen Beruf
erfüllt werden, sondern auch von einem stärkeren Gefühl für seine soziale
Verantwortung in der neuen, von Wissenschaft und Technik geformten Welt.
Washington, D. C.
GUY STANTON FORD