Bővebb ismertető
Einleitung
Der Aufschwung des revolutionären Kampfes der Volksmassen um die Durchsetzung der bürgerlichen Gesellschaftsordnung und die Bildung eines bürgerlich-demokratischen Nationalstaates, der Anfang der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts eine neue Periode der Geschichte des deutschen Volkes eröffnete, leitete auch einen neuen Abschnitt in der Entwicklung der deutschen Literatur ein. Weltgeschichtlich war das die Periode der vollen Ausbildung des Kapitalismus der freien Konkurrenz auf der Grundlage der industriellen Revolution, der Formierung des Proletariats zur selbständigen politischen Klassenkraft, der Begründung des wissenschaftlichen Kommunismus113 und seiner Verschmelzung mit der Arbeiterbewegung, die in diesem Zeitraum die erste, bis zur Bildung der deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und zur Pariser Kommune reichende große Etappe ihrer Entwicklung durchlief. Nationalgeschichtlich erreichte der Prozeß der bürgerlichen Umwälzung in dieser Periode eine neue Stufe: Erst in den dreißiger Jahren setzte die industrielle Revolution in Deutschland voll ein, gewannen die beiden Grundklassen der bürgerlichen Gesellschaft - Bourgeoisie und Industrieproletariat - allmählich klare Gestalt. Dabei bestand die nationale Eigenart dieser Entwicklung darin, daß sie sich unter der politischen Herrschaft des Adels vollzog und das Bürgertum in das industriekapitalistische Stadium zu einem Zeitpunkt eintrat, da es die politische Revolution erst vorbereitete.
Diese gesellschaftlichen Grundtatsachen bestimmten in letzter Instanz den literarischen Prozeß der Jahrzehnte zwischen 1830 und 1848, deren bedeutendste Vertreter - Heinrich Heine und Georg Büchner - weltliterarische Geltung erlangten und die Entwicklung des Realismus im internationalen Maßstab mitprägten. Unter eben diesen gesellschaftlichen Bedingungen entstand die sozialistische deutsche Literatur, die in der Zeit unmittelbar vor und während der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848/49 ihren ersten Höhepunkt erreichte. Die Revolution, in die diese Periode der deutschen Geschichte einmündete, markierte im geistig-kulturellen Leben des gesamten Volkes einen tiefen Einschnitt.
Die Literatur des Vormärz ist traditionell eines der Hauptfelder der ideologischen Auseinandersetzung in der Literaturgeschichtsschreibung. Die älteren bürgerlichen Literarhistoriker faßten die politisch engagierten Autoren von den Liberalen bis zu den revolutionären Demokraten entweder-deren Rolle als Vorbereiter der bürgerlich-demokratischen Revolution würdigend - als Schriftsteller des „Vormärz" oder, einfach unter dem Namen einer ihrer Gruppierungen, als „Junges Deutschland" und stellten ihnen Autoren wie Mörike, Grillparzer oder Hebbel als Bewahrer der Traditionen von Klassik und Romantik gegenüber. Dabei wurde die progressive politisch engagierte Richtung der bürgerlichen Literatur - je nach dem eigenen Standort des Historikers - unterschiedlich bewertet,