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1. Behandlung der Geschichte der indischen Philosophie bis auf HegelDie Gesdiichte der indischen Philosophie ist ein Teilgebiet der allgemeinen Geschichte der Philosophie und ist nach denselben Grundsätzen darzustellen. Eine wissenschaftlidie Erforschung und Darstellung der Geschichte der indischen Philosophie hat erst der historische Materialismus mit seiner Lehre von Basis und Überbau ermöglicht. Shdanow hat in seinen Kritischen Bemerkungen zu dem Buch F. G. Alexandrows: Geschichte der westeuropäischen Philosophie" die entscheidenden Gesichtspunkte dafür herausgearbeitet'. Um aber die heutige Lage und die Aufgaben dieser Wissenschaft zu verstehen, ist es nützlich, die bisherige Geschichte der Bearbeitung der indischen Philosophiegeschidite in einigen ihrer besten Vertreter kurz zu betrachten.Seit dem Indienzuge Alexanders des Makedonen hatten die Griechen gewisse Kenntnisse von den indischen Gymnosophisten, den Fakiren, den indischen Philosophen". Freilich haben sie von den Lehrsätzen indischer philosophischer Systeme kaum etwas erfahren, vielmehr nur den unerschütterlichen Gleichmut dieser Yogis bewundert, wenn sich einer von ihnen z. B. ohne Schmerzeszeichen freiwillig verbrennen ließ. Neuplatoniker indessen scheinen einiges von den Indern übernommen zu haben".Während des Feudalismus waren die Verbindungen Europas mit Indien ziemlich abgeschnitten. In der Renaissance holten Humanisten die Nadirichten der alten Griechen über die Inder wieder hervor''. Bis ins 18. Jahrhundert waren sie die eine Hauptquelle der europäischen Indiengelehrsamkeit''; daneben boten die christlichen Missionare, wie Ziegenbalg'^, und die Indienreisenden, wie Sonnerath, nicht allzuviel Neues, wenigstens auf dem Gebiet der Philosophie, waren sie doch im allgemeinen nicht imstande, die Sanskrittexte zu lesen.1S. u. Kap. 2, Anm. 52; vgl. G. Klaus, Über die Methode der Darstellung der Geschichte der Philosophie, Urania 15, Heft 12/1952, 441 if.2Glasenapp 1949, Iff.'Von der Warsagung Calani Indi / vnd von dem todt Alexandri: De rebus memorandis, Franciscus Petrarcha, der hodigeleert und weitberümpt Orator vnnd Poet aus dem Latein inns Teutsch gebracht durch M. Stephanum Vigilium Pacimontanum, Franckfurt am Meyn MDLXVI, Cap. LXXVI.J. F. Kleuker in Holwells merkwürdige historische Nachrichten von Hindostán und Bengalen, Leipzig 1778, 596 zit.: I. A. Fabricius in Dissen, de Brachmanibus, Hamburg 1708. Vgl. A. Lehmann, Halle und die südindische Sprach- und Religionswissensdiaft, Wissen-sdiaftlidie Zeitsdirift der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, II, 1952/53, Heft 3, S. 149 ff.6 Glasenapp 1949, 5.