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VORWORTDie mit diesem Bande vorliegende Geschichte der Kunst von der Vorgeschichte bis zur Spátantike soll die bereits 1932 erschienene Kunstgeschichte von der altchristlichen Zeit bis zur Gegenwart ergánzen. In ihr vertrat der Autor die Grundthese, daB die neuere Kunstgeschichte, die nachantike Kunst, eine in Wesen und Rhythmus ahnliche Entwick-lung wie die Geschichte der Kunst des Altertums aufweist, aber modifiziert und ver-wandelt durch Nachwirkungen der spátantiken Kunst und Überlagerung der neuen Ent-wicklung. Es handelt sich dabei um einen durch das Auftreten junger, unkultivierter Völker hervorgerufenen neuen Anfang, eine Neugeburt der Kultur und eineVerjüngung der Menschheit auf der Grundlage des Erbes einer abgelebten, überreifen Kultur. Diese These verlangte gebieterisch die Ergánzung durch die Geschichte der Kunst des Altertums, ein Zurückgehen bis zu den Anfangen der Kunst überhaupt. Die Methode ist dieselbe geblieben, wie sie im Vorwort der Kunstgeschichte von der altchristlichen Zeit bis zur Gegenwart niedergelegt worden ist: nicht alles, sondern ein Ganzes zu geben. Dieser Einheitlichkeit konnte nur durch die Einheitlichkeit des Gesichtspunktes oder gar der Weltanschauung entsprochen werden, und sie konnte deshalb auch nur von einer Person geleistet werden.DaB dieser Band so viele Jahre spater erscheint, hat seine Gründe in mancherlei Schwierigkeiten der durch zwei Weltkriege zerrütteten Zeit, hat aber seinen Hauptgrund darin, daB der Autor auf dem Gebiete der Kunstgeschichte des Mittelalters und der Neu-zeit als Fachmann mit jahrzehntelangerLehr- und Forschungserfahrung sprechen konnte, wáhrend er es auf den Gebieten, die dieser Band behandelt, erst werden muBte. Wie auch die Fachleute auf diesem Gebiet als Studierende anfangen muBten, so liegen diesem Bande jahrzehntelanges Studium und ausgedehnte Reisen besonders in Griechenland und Ágypten zugrunde, sogar ein regelrechtes Universitátsstudium, dessen Lehrer und Förderer die Marburger Professoren von Kachnitz, Kunze und Matz gewesen sind. Ihnen verdankt der Autor viel, wie er sich auch der Anregungen des unvergeBlichen Kalkmann aus der frühesten Studienzeit mit besonderer Dankbarkeit erinnert. Dennoch glaubt er, daB die spáte Lehrzeit durch die gefestigten kunsthistorischen Grundlagen eine selbstándigeAuffassung ermöglichte,die ihrerseits vielleichtauchfürdieArcháologie fruchtbare Anregungen bieten kann. Radikaler,als esbei denArchaologender griechischen Kunst üblich oderihnenangenehmist, wurde versucht, auch die griechischeKunst der Ent-wicklung der Zeiten und dem allgemeinen, zeitbedingten Kulturzustande einzuordnen. Zwei Kapitel, die ágyptische und die griechische Kunst, habén schon eine Vorveröffent-lichung in den Jahren 1944 und 1949 erfahren und mehr Zustimmung als Widerspruch gefunden. Der Versuch, in dem Kapitel über griechische Kunst nur Originale zu bringen und die groBen Zyklen Olympia, Parthenon, Pergamon über die Künstlermono-graphien herauszuheben, scheint dem Autor wegen der Zeitbedingtheit auch der griechischen Kunst der Klarheit und der historischen Interpretation zu dienen. Die Ausgedehntheit und auch dem Verfasser eigene gröBere Fremdheit des Stoffes hat bei den historischen Übersichten und dem Verzeichnis der Künstler und Werke die Mit-arbeit von Fachkollegen notwendig gemacht. Die Vorgeschichte hat Dr. Edward Sang-meister bearbeitet, Ágypten Professor Richárd Hamann-MacLean und Brigitte Scheune-mann, Vorderasien Dr. Ursula Moortgat-Correns, die griechische Kunst Dr. Heinz