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Geschichte der Kunst von der altchristlichen Zeit bis zur Gegenwart [antikvár]

Richard Hamann

 
VORWORT Diese Gescliichte der bildenden Kunst beabsiclitigt, ein Gesamtbild der Entwicklung zu geben. Neu und grundlegend an ihr möclite sein, daB sie das, was in groBen, vielbandigeu Kunstgeschichten von verscliiedenen Autoren bearbeitet ist und notwendig zu verseliiedeneu Standpunkten führt, aus einer einzigen Erfahrung und Oberzeugung heraus zu gestalten versuciit. Statt erniüdender Aufzáhlung vieler unzusaminenhángender Tatsachen, die dem Laien nur totes Wissen vermittelt und nichts sagt, bestenfalls ein Nacliselilagewerk bietet, soll...
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VORWORT Diese Gescliichte der bildenden Kunst beabsiclitigt, ein Gesamtbild der Entwicklung zu geben. Neu und grundlegend an ihr möclite sein, daB sie das, was in groBen, vielbandigeu Kunstgeschichten von verscliiedenen Autoren bearbeitet ist und notwendig zu verseliiedeneu Standpunkten führt, aus einer einzigen Erfahrung und Oberzeugung heraus zu gestalten versuciit. Statt erniüdender Aufzáhlung vieler unzusaminenhángender Tatsachen, die dem Laien nur totes Wissen vermittelt und nichts sagt, bestenfalls ein Nacliselilagewerk bietet, soll hier in lesbarer Darstellung die Entwicklung der Kunst erfaBt werden als ein sinnvoller Verlauf geistigen Lebens. Da dieser Verlauf von den Aufgaben und Problemen der heutigen Zeit her gesehen wird, ist auch das Gesamtbild dieser Entwicklung, ihre Gliederung in Stilepochen, die Würdigung der Kunst der Zeiten und Lánder neu und abweichend von bisher maűgeblicher Auffassung. Unser Standpunkt ist ein sachlicher. Wir können deshalb die Kunstgeschichte nicht mehr ansehen als eine Gescliichte rein formaler Werte, d. h. als eine Entwicklung des von allén Zeitbedingtheiten unabhángigen kiinstlerischen Sehens. Alle Formen werden aus dem Lebensgehalt einer Zeit heraus geboren; beide sind unlöslich miteinander verbunden. Die in der Kunst einer Zeit dargestellten Inhalte sind deshalb ebenso wichtig wie die sichtbare Erscheinung und die kiinstlerische Ausdrucksweise, in der sie sich darbieten. Ebenso empfinden wir es als eine Forderung moderner Sachlichkeit, jede Zeit aus sich heraus zu beurteilen und ihr historisches Eigenreclit um so mehr zu betonen, je mehr wir für die heutige Zeit das Recht auf eine eigene Kunst verfechten. Jede Zeit hat ihre Kunst, und jede Kunst hat ihre Zeit. Wir lehnen es ab, irgendeine Epoche als den vorbildlichen Höhepunkt der Kunst überhaupt zu betrachten und von der Kunst unserer Zeit zu verlangen, daB sie auf den Kriicken der Vergangenheit in die Zukunft hineinschreite. Wohl aber liegt uns daran, aus der sinnvollen Entwicklung heraus ein Verstandnis unserer Zeit zu gewinnen und sie als ein notwendiges Ergebnis des Gesamtverlaufes zu begreifen. Unter sinnvoller Entwicklung verstehen wir nicht eine Konstruktion des gesehichtlichen Ablaufs nacli abstrakten Begriffen und vorgefaBten Meinungen, sondern das Ergebnis von Erfahrungen. Diese lehren, daö alles in der Einmaligkeit des liistorischen Verlaufes nach vorwárts und rückwárts unlöslich miteinander verkettet ist und daB alles Kiinftige ein anderes Gesicht habén muB als alles Vergangene, weil es mehr von Voraussetzungen als dieses Vergangene in sich aufgenommen und verarbeitet hat. Um diese Verkettung der Ereignisse im ganzen zu übersehen und ein Gesamtbild zu empfangen, müssen wir so weit von den einzelnen Ereignissen zurücktreten, daB, wie in einer Landschaft, nicht mehr die Einzelheiten der Vegetation, sondern die individuelle Physiognomie der ganzen Gegend erfaBt wird. Auf diese Überschau, auf das Gesamtbild kommt es uns an. Dennoch sind die grófién Meister so herausgehoben, daB sie - wie es nicht anders sein kann - als Reprásentanten ilirer Zeit und der Menschheit dastehen. Der kunstgeschichtlich weniger Vorgebildete wird deshalb guttun, mit der Lektüre der Kapitel zu beginnen, die ihm vertraute Künstler, wie etwa Dürer oder Rembrandt, behandeln, um von hier aus zum Verstándnis des Ganzen vorzudringen. Ebenso wird auch die Einleitung, die eine Ubersicht über die liistorischen Zusammenhánge gibt und dabei notwendigerweise schon einige Vertrautheit mit den Tatsachen voraussetzt, mit gleiehem Gewinn erst als abschlieBende Zusammenfassung gelesen werden können. Durch ausfülirliche Analysen einzelner Kunstvverke soll dem Leser ein innigeres Verhaltnis zur Kunst der einzelnen Meister

Termékadatok

Cím: Geschichte der Kunst von der altchristlichen Zeit bis zur Gegenwart [antikvár]
Szerző: Richard Hamann
Kiadó: Verlag von Th. Knaur Nachf.
Kötés: Vászon
Méret: 170 mm x 250 mm
Richard Hamann művei
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