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Karl Vorländer - Geschichte der Philosophie [antikvár]

Geschichte der Philosophie [antikvár]

Karl Vorländer

 
EINLEITUNG I. Philosophie Was Philosophie ist, kann man nur durch eigenes Philosophieren lernen. Wir vermeiden es daher absichtlich, uns gleich zu Anfang dieser Philosophiegeschichte in tiefer-gelaende Auseinandersetzungen über Begriff und Wesen der Philosophie einzulassen, sondern beschränken uns darauf, eine gedrängte Skizze ihrer Namensgeschichte zu geben, um daran einige Bemerkungen über unsere eigene Auffassung zu schließen. Der Ausdruck Philosophein, Philosophieren, wird zuerst von Herodot (I, 3o) mit Bezug auf den weisen Solon...
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EINLEITUNG I. Philosophie Was Philosophie ist, kann man nur durch eigenes Philosophieren lernen. Wir vermeiden es daher absichtlich, uns gleich zu Anfang dieser Philosophiegeschichte in tiefer-gelaende Auseinandersetzungen über Begriff und Wesen der Philosophie einzulassen, sondern beschränken uns darauf, eine gedrängte Skizze ihrer Namensgeschichte zu geben, um daran einige Bemerkungen über unsere eigene Auffassung zu schließen. Der Ausdruck Philosophein, Philosophieren, wird zuerst von Herodot (I, 3o) mit Bezug auf den weisen Solon gebraucht, und zwar in seinem ursprünglichen Wortsinne der Liebe zur Weisheit, des Bildungsstrebens, wie denn schon bei Heraklit der Philosoph „vieler Dinge kundig sein muß". Ähnlich in der Grabrede des Perikles bei Thu-kydides. Und Sokrates bezeichnet zuerst sich selbst im Gegensatz zu den alles zu wissen vorgebenden Sophisten, als Pliilösophos, d. h. bloßen Liebhaber der Weisheit. Neben dieser allgemeineren erhält das Wort seine engere Bedeutung als Fachausdruck für die Wissenschaft „vom Seienden" erst bei Piaton und Aristoteles. Es bezeichnet bei diesen Klassikern der antiken Philosophie dasselbe, was wir heute unter „Wissenschaft" verstehen, und wird deshalb auch in der Mehrzahl (Philosophiai) gebraucht. Aristoteles insbesondere unterscheidet bestimmter seine „erste" Philosophie, welche die ersten Gründe und Prinzipien alles Seienden erforscht, von den übrigen Philosophien oder Wissenschaftszweigen, wie Logik, Psychologie, Ethik usw., desgleichen von den vorhergegangenen Denkrichtungen, die ebenfalls Philosophiai heißen. Entsprechend der weiteren Entwicklung der Philosophie selbst, fällt dann ihr Begriff bei den nacharistotelischen Schulen der Stoiker und Epikureer wesentlich mit dem Streben nach vernunftgemäßer Glückseligkeit zusammen: die „Weisheitsliebe" wird zur Lebenskunst, während die Einzel Wissenschaften, allmählich erstarkt, unter besonderen Namen sich von der gemeinsamen Stammutter loszulösen beginnen. In ihrer letzten Periode endlich tritt die antike Philosophie in enge Verbindung mit der religiösen Spekulation.

Termékadatok

Cím: Geschichte der Philosophie [antikvár]
Szerző: Karl Vorländer
Kiadó: Gustav Kiepenheuer Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 120 mm x 190 mm
Karl Vorländer művei
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