Bővebb ismertető
Vorwort
„A la Espana no hace falta más que ser conocida" (Spanien fehlt nichts mehr, als bekannt zu sein) war ein Schlagwort des Fremdenverkehrs der letzten Jahre; das diesbezüglich Unterlassene wurde zum großen Vorteil des gesamteuropäischen Fremdenverkehrs intensiv nachgeholt.
Auf geistigem, insbesondere philosophisch-kulturellem Gebiete wäre ein ähnliches Nachholen des bisher unverantwortlich Versäumten gleichfalls eine dringende Notwendigkeit.
Der erschreckende Tiefstand des wissenschaftlichen Niveaus auf dem vernachlässigten Sektor der spanischen Philosophie wurde in den letzten Jahrzehnten allgemein schon erkennbar, wenn man z. B. den Abschnitt „Die spanische Philosophie" im V. Band (Berlin 1928) des sonst immerhin auf anerkennenswerter wissenschaftlicher Höhe gehaltenen und von Lehrern und Schülern als Nachschlagewerk sehr geschätzten „Grundrisses der Geschichte der Philosophie" von Friedrich Überweg mit seinen übrigen Beiträgen quantitativ und qualitativ verglich. Der zitierte Abschnitt erstreckt sich für Text und Literatur angaben insgesamt auf nur drei Seiten und strotzt obendrein von dilettantischen Ungereimtheiten; dogmatisch wird einfach verkündet: „Die spanische Philosophie ist bisher ohne Bedeutung gewesen, die meisten Vertreter hatte im 19. Jahrhundert die vollkommen sterile kirchlich-scholastische Philosophie."
Daß jedoch ein dicker Schleier von Unkenntnis oder Mißverständnissen manchmal auch die Sehschärfe Gelehrter anderer philosophisch tonangebender Nationen verdunkelt, davon zeugt u. a. ein Ausspruch von Victor Delbos, der auf eine kaum für möglich gehaltene Geringschätzung spanischen Geistes schließen läßt: „Pour connaître la totalité de la philosophie, il est nécessaire de posséder toutes les langues, sauf toutefois l'espagnol!"
Die erste konkrete Anregung zur Verfassung dieses Werkes ging von der Lektüre des zweibändigen Werkes „Les Philosophes Espagnols d'Hier et d'Aujourd'hui" von Alain Guy' aus. Hier findet man im
1 Alain Guy, Les Philosophes Espagnols d'Hier et d'Aujourd'hui, Editions Privat, 1956.