Bővebb ismertető
X.
DIE PLASTIK IN DER GOTISCHEN ARCHITEKTIJRPERIODE.
I. DER UMFANG UND DIE ARTEN DER GOTISCHEN
BILDNEREI.
I) DIE BEGRENZUNG DER GOTISCHEN PLASTIK NACH ZEIT UND ORT.
B
ekanntlich find der Anfang und der Ausgang der gotifchen Architekturperiode in den ver-fchiedenen Ländern an verfchiedene Daten geknüpft. In der Gefchichte der Baukunft find die Grenzen leichter Ig" zu beftimmen, da die Baudenkmale gotifchen Stils ohne Schwierigkeit von denen des vorausgehenden romani-fchen Stils und denen der nachfolgenden Renaiffance zu unterfcheiden find. Hält man an der Einheit der drei bildenden Künile in den ver-fchiedenen Kulturperioden, deren ein-lieithcher äfthetifcher Ausdruck fie find, feft, fo ergiebt fich auch für die Plaftik und Malerei die Grenzbeftim-mung von felbft. Allein die Sache liegt doch nicht fo einfach.
Die Plaftik in Deutfchland und auch anderwärts fchlägt im 15. Jahrhundert und zwar in ziemlich rafcher Umbiegung ganz neue Wege ein. Ein unruhiges Taften, Suchen und Drängen nach neuen Formen und Ausdrucksmitteln offenbart fich gleichzeitig auch in der Architektur, allein Ziel und Bedeutung diefer Unruhe tritt in der fchwerfälligen Formenfprache der Architektur nicht klar zu Tage. Die Plaftik und Malerei dagegen geben darüber unzweideutigen Auf-fchluß. Nach dem hohen, verallgemeinernden und ideahfierenden Kunftfchaffen der Früh- und Hochgotik tritt nach dem Gefetze menfchlicher Entwickelung der Umfchlag, die Reaktion ein. Nachdem der Blick nicht ohne Einfeitigkeit fich lange aufwärts in das Reich der Ideale gehoben, fenkt er fich müde wieder erdwärts
Kunftgefchichte, II. Bd. 24 *
Fig. 509. Angeblicher Kopf der Jungfrau von Orléans Mufeum in Orléans. Nach Gonse, L'art gothique. Paris, Société française d'éditions d'art.
Cm-fchwung im 15 Jahrhundert.