Bővebb ismertető
I
Einführung. Die besonderen Umstände der ungarischen
Musikentwicklung
Das ungarische Volk eroberte seine heutige Heimat am Ende des 9. Jahrhunderts. Seine Urheimat suchen die Historiker und Sprachforscher in der Gegend des Uralgebirges. Sie nehmen an, daß das ungarische Volk im Laufe des 5. bis 8. Jahrhunderts in Osteuropa durch die Vermischung eines finnisch-ugrischen Volkes mit türkischen Elementen entstand. Das ungarische Volk nahm als eine späte Welle der Völkerwanderung das Gebiet etwa des heutigen Ungarn in Besitz und wurde seßhaft.
Welche Spuren dieser orientalischen Abstammung sich in unserer Volksmusik nachweisen lassen, ist eine Frage, die die ungarische Musikwissenschaft von Anfang an beschäftigte, insbesondere beschäftigt sie uns im jetzigen Jahrhundert.
Wie die „Musik-Urheimat" der Ungarn aussah, ist völlig unklar. Es hat den Anschein, als könnten wir das, was in der älteren ungarischen Volksmusik türkisch-mongolischen Ursprungs ist, von der finnisch-ugrischen Tradition (pentatonischer und pentachordischer Stil) scheiden. Wir sind aber noch nicht so weit, diese Elemente bestimmten Volks- oder Sprachgruppen zuzuordnen. Die Pentato-nik und die mit dieser verbundene Quintwechsel-Konstruktion (das Prinzip, eine Tonreihe eine Quinte tiefer zu wiederholen), ferner gewisse Sonderheiten des Tonfalls, des Rhythmus und der Ornamentik : Das alles zeichnet auf der Landkarte Eurasiens ziemlich scharf die ost-westlichen Bewegungen der türkischen Stämme zur Zeit der Völkerwanderung nach. Es handelt sich um eine eigene Stilart der für die alten Hochkulturen überall bezeichnenden Penta tonik, und zwar um die mittelasiatischen Melodien, deren Varianten in den Dörfern Transdanubiens, Oberungarns und Siebenbürgens, bei den Tscheremissen (Mari) und Tschuwaschen an der