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Vorwort.
Das vorliegende Buch ist aus einer allgemein bildenden Vorlesung erwachsen, die im "Wintersemester 1938/39 an der Universität Basel für Hörer aller Fakultäten gehalten wurde. Am Grundaufbau der Vorlesung habe ich nichts geändert; die 16 Abschnitte des Buches entsprechen den 16 Einzelstunden der Vorlesung, weshalb jeder Abschnitt in sich abgeschlossen erscheint und der leitende Gedanke des Buches jedesmal erneut herausgearbeitet ist.
Die Darstellung verfolgt nicht eine beschreibende, sondern eine entwickelnde Methode: sie beschränkt sich nicht auf eine Beschreibung, «wie es gewesen ist», sondern sucht die entscheidenden geistigen, staatlichen, militärischen, wirtschaftlichen Kräfte aufzudecken, die den Gang der Entwicklung bestimmt haben. Eine solche kausale Betrachtungsweise wird natürlich niemals mit Sicherheit erschließen können, «warum es so gekommen ist»; sie muß sich damit begnügen zu zeigen, «warum es so kommen konnte». In dieser Fragestellung ist freilich eine Überbetonung des Erfolges enthalten; man bleibe sich daher bewußt, daß es bisweilen nur von wenigem abhing, «warum es nicht anders gekommen ist».
Da das Buch eine Gesamtschau geben will, so habe ich von einem Anmerkungsapparat Umgang genommen. Einige besonders wichtige Werke, in denen sich die Leser über manches näher orientieren können, seien hier kurz angeführt: Alfred Weber, Kulturgeschichte als Kultursoziologie, 1935. Wilhelm Schmidt und Wilhelm Koppers, Gesellschaft und Wirtschaft der Völker (in: Der Mensch aller Zeiten, 1924). Max Weber, Die Stadt (in: Wirtschaft und Gesellschaft, 2. Band 1925), Michael Rostovtzeff, Gesellschaft und Wirtschaft im römischen Kaiserreich, 2 Bände 1929. George M. Trevelyan, Geschichte Englands, 2 Bände 1935. Werner Näf, Staat und Staatsgedanke, 1935. Walther Hünerwadel, Allgemeine Geschichte 1814—1914, bisher 2 Bände 1933/36. Valentin Gitermann, Die historische Tragik der sozialistischen Idee, 1939.
Basel, August 1939. Adolf Gasser.