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Erwin Laaths - Geschichte der Weltliteratur [antikvár]

Geschichte der Weltliteratur [antikvár]

Erwin Laaths

 
Vorwort Um den rechten Standpunkt für die Benutzung dieses Buches zu gewinnen, sei auf den Utel aufmerksam gemacht. Es handelt sich um eine entwicklungsgeschichtliche Darstellung; alle Einzelheiten werden mithin in übergeordneten Zusammenhängen betrachtet. Als Nachschlagewerk wird diese Historie erst dann dienen können, wenn man jene allgemeinen Linien des Ganzen als ein Ganzes verfolgt hat. Dem Versuch, Geschichte der Weltliteratur zu schreiben, muß eine Klärung des Begriffes „Weltliteratur" vorangehen. Außerdem ist es...
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Vorwort Um den rechten Standpunkt für die Benutzung dieses Buches zu gewinnen, sei auf den Utel aufmerksam gemacht. Es handelt sich um eine entwicklungsgeschichtliche Darstellung; alle Einzelheiten werden mithin in übergeordneten Zusammenhängen betrachtet. Als Nachschlagewerk wird diese Historie erst dann dienen können, wenn man jene allgemeinen Linien des Ganzen als ein Ganzes verfolgt hat. Dem Versuch, Geschichte der Weltliteratur zu schreiben, muß eine Klärung des Begriffes „Weltliteratur" vorangehen. Außerdem ist es erforderlich, sich von der Möglichkeit, Weltliteratur geschichtlich zu erfassen, genauere Vorstellungen zu machen. Beide Themen - Weltliteratur und ihre Geschidite - stehen aber in einer iimeren Beziehung; Bereits hellenisdie Grammatiker haben die griechische Literatur geschichtlidi gesehen und gesdiildert. Ihr Verfahren wurde nadi dem Niedergang der antiken Kultur fast anderthalb Jahrtausend jedoch kaum noch als Praxis einer historischen, sondern meist einer scholastisien Methodik fortgesetzt. Vereinzelte Bemerkungen bei Autoren dieses Zeitraums abgeredinet, nahm man die Wortkunst nicht als ein Phänomen, das sich nach und nach wandelt oder verwandelt, sondern als eine Fähigkeit, die formalen Gesetze der Beredsamkeit auf verschiedene Weise zu erfüllen und ihr, gewissermaßen als einer Idee, soweit wie möglich nahezukommen. Der Geschichtssinn hat sich im Abendlande so, wie wir ihn heute betätigen, erst wieder in der Renaissance geregt. Die Meinung, daß der moderne Mensch auf Grund seiner hochdifferenzierten Geschichtsforschung das Wesen der Literatur, unter der in diesem Buche fast ausschließlich die Dichtung zu verstehen ist, intimer kenne, ist etwas voreilig: niemand vermag heute vorauszuschauen, ob sich in fünfhundert oder tausend Jahren nicht ein ganz anderer Begriff von Geschichte und Geschichtsmethode herausbilden wird - vielleicht muß überhaupt das historische Weltgefühl einem ahistorischen weichen, sollen sich neue, absolut geltende und allgemein geglaubte Ideen als neue Universalien herausbilden. Denn die Literatur nimmt als Kunst am Historischen auf eine widersprüchliche Weise teil. Mit dem Gedanken einer geschichtlichen Folge verquickt sich oft, bewußt oder unbewußt, der Gedanke eines Fortschreitens, wohl gar einer Qualitätssteigerung. Soweit aber ein Literaturwerk dem Bereiche des Musischen angehört, hat es mit Fortschrittlichkeit nichts zu schaffen, sondern allein mit Vollkommenheit. Der tmgeschichtliche, ideenhaft universalistische Standpunkt, wie ihn das Mittelalter innehielt, ist dem eigentlichen Wesen der Kunst durchaus gemäß. Andererseits offenbart ein Kunstwerk jedoch auch einen Ausdruck des Lebensgefühls bestimmter Menschen zu bestimmten Zeiten, wird also mitbedingt von Menschlichem, das sich historisch - aber nun beginnt schon eine neue Schwierigkeit: das sich entweder historisch entwickelt oder sich in der Historie entfaltet. Kaum berührt dieser Versuch, Rechenschaft abzulegen, auch nur die ersten Gedankenstationen, so eröffnen sich bereits die heikelsten Probleme geschichtsphilosophischer Art. „Ein Originalschriftsteller im hohen Sinne der Alten ist, wenige Beispiele ausgenommen, beständig ein Nationalautor", schrieb Herder, dessen Konzeption von historischen Abläufen unsere moderne Geschichtsauffassung der Literatur besonders

Termékadatok

Cím: Geschichte der Weltliteratur [antikvár]
Szerző: Erwin Laaths
Kiadó: Gondrom
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
ISBN: 3811205943
Méret: 170 mm x 250 mm
Erwin Laaths művei
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