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Giacomo Casanova - Geschichte meines Lebens 1. (töredék) [antikvár]

Geschichte meines Lebens 1. (töredék) [antikvár]

Giacomo Casanova

 
VORREDE Neouicouam sapit q,ui sibi non sapit' ij-kji- V I^OR allen Dingen erkläre ich meinem Leser, daß ich über-•:•:• âonnç -S zeugt bin, bei allem, was ich im Laufe meines Lebens ' Gutes oder Böses getan habe, für den guten oder bösen Ausgang selber verantwortlich zu sein. Es folgt daraus, daß ich an die | Freiheit des Willens glaube. H Die Lehre der Stoiker^ und aller anderen Sekten von der i, Macht des Schicksals ist ein Hirngespinst der Phantasie, das dem Atheismus nicht fernsteht. Ich bin nicht nur Monotheist,^...
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VORREDE Neouicouam sapit q,ui sibi non sapit' ij-kji- V I^OR allen Dingen erkläre ich meinem Leser, daß ich über-•:•:• âonnç -S zeugt bin, bei allem, was ich im Laufe meines Lebens ' Gutes oder Böses getan habe, für den guten oder bösen Ausgang selber verantwortlich zu sein. Es folgt daraus, daß ich an die | Freiheit des Willens glaube. H Die Lehre der Stoiker^ und aller anderen Sekten von der i, Macht des Schicksals ist ein Hirngespinst der Phantasie, das dem Atheismus nicht fernsteht. Ich bin nicht nur Monotheist,^ sondern Christ, gefestigt durch Philosophie, die niemals etwas verdorben hat. Ich glaube an das Dasein eines immateriellen Gottes, der i Schöpfer und Herr aller Lebensformen ist. Daß ich niemals an t ihm gezweifelt habe, beweist mir die Tatsache, daß ich immer } auf seine Fürsorge rechnete, indem ich in meinen Nöten mich ' betend an ihn wandte und mich stets erhört fand. Die Verzweif-lung tötet; aber im Gebet verschwindet die Verzweiflung; und ^ wenn der Mensch gebetet hat, empfindet er Vertrauen, und er handelt. Welche Mittel der Herr aller Wesen anwendet, um von jj denen, die seine Hilfe erflehen, drohendes Unglück abzuwen-den - dies zu wissen geht über das Verständnis des Menschen, y der in demselben Augenblick, da er über die Unbegreiflichkeit ^ der göttlichen Vorsehung nachdenkt, sich genötigt sieht, sie an- »¦, zubeten. Da finden wir Hilfe nur in unserer Unwissenheit, und ^ wahrhaft glücklich sind nur die, die zu ihr ihre Zuflucht nehmen. U Darum müssen wir zu Gott beten und müssen glauben, die er- j betene Gnade erhalten zu haben, selbst wenn der Anschein da-gegen ist. Die Stellung, die unser Körper einnehmen muß, wenn } wir uns an den Schöpfer wenden, lehrt uns ein Vers Petrarcas: ^ >Con le ginocchia della mente inchine.<'^ ' Der Mensch ist frei; aber er ist es nicht mehr, wenn er nicht an seine Freiheit glaubt. Denn je mehr Macht er dem Schicksal , ; beimißt, desto mehr beraubt er sich selber jener, die Gott ihm verlieh, indem er ihn mit Vernunft begabte. Die Ver- -<7 5-

Termékadatok

Cím: Geschichte meines Lebens 1. (töredék) [antikvár]
Szerző: Giacomo Casanova
Kiadó: Gustav Kiepenheuer Verlag
Kötés: Félbőr
Méret: 130 mm x 210 mm
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