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VORREDE
Neouicouam sapit q,ui sibi non sapit'
ij-kji-
V I^OR allen Dingen erkläre ich meinem Leser, daß ich über-•:•:• âonnç -S zeugt bin, bei allem, was ich im Laufe meines Lebens '
Gutes oder Böses getan habe, für den guten oder bösen Ausgang selber verantwortlich zu sein. Es folgt daraus, daß ich an die |
Freiheit des Willens glaube. H
Die Lehre der Stoiker^ und aller anderen Sekten von der i,
Macht des Schicksals ist ein Hirngespinst der Phantasie, das dem Atheismus nicht fernsteht. Ich bin nicht nur Monotheist,^ sondern Christ, gefestigt durch Philosophie, die niemals etwas verdorben hat.
Ich glaube an das Dasein eines immateriellen Gottes, der i
Schöpfer und Herr aller Lebensformen ist. Daß ich niemals an t
ihm gezweifelt habe, beweist mir die Tatsache, daß ich immer }
auf seine Fürsorge rechnete, indem ich in meinen Nöten mich '
betend an ihn wandte und mich stets erhört fand. Die Verzweif-lung tötet; aber im Gebet verschwindet die Verzweiflung; und ^
wenn der Mensch gebetet hat, empfindet er Vertrauen, und er handelt. Welche Mittel der Herr aller Wesen anwendet, um von jj
denen, die seine Hilfe erflehen, drohendes Unglück abzuwen-den - dies zu wissen geht über das Verständnis des Menschen, y
der in demselben Augenblick, da er über die Unbegreiflichkeit ^
der göttlichen Vorsehung nachdenkt, sich genötigt sieht, sie an- »¦,
zubeten. Da finden wir Hilfe nur in unserer Unwissenheit, und ^
wahrhaft glücklich sind nur die, die zu ihr ihre Zuflucht nehmen. U
Darum müssen wir zu Gott beten und müssen glauben, die er- j
betene Gnade erhalten zu haben, selbst wenn der Anschein da-gegen ist. Die Stellung, die unser Körper einnehmen muß, wenn }
wir uns an den Schöpfer wenden, lehrt uns ein Vers Petrarcas: ^
>Con le ginocchia della mente inchine.<'^ '
Der Mensch ist frei; aber er ist es nicht mehr, wenn er nicht an seine Freiheit glaubt. Denn je mehr Macht er dem Schicksal , ;
beimißt, desto mehr beraubt er sich selber jener, die Gott ihm verlieh, indem er ihn mit Vernunft begabte. Die Ver-
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