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Lausitzer Bekenntnis
Die Lausitz ist für mich Schlesier Zweitheimat geworden. Was mich immer wieder an ihr beeindruckt, mich zu ihr zieht, ist wohl: Ihre Menschen erzählen sich und anderen gern Geschichten, solche, wie ich sie mag. Die Lausit-^TpS zer haben Herz, aber sie tragen es * nicht auf der Zunge. Sie sind laut, fröhlich und derb, aber vom Wesen her gutmütig. Ihr Humor hat keine ätzende Schärfe, sondern wächst, etwas wild und wuchernd, auf ihrem sagenträchtigen Boden. Das Land gibt Ruhfe, ohne daß es einen in Gemütlichkeit versinken ließe. Die Gegend ist nicht auf einen Nenner zu
bringen, denn die Lausitz zerfällt in eine obere und eine niedere, und während in der letzteren Sand, Kiefern und Gruben im flachen Lande vorherrschen, was einen oft in eine protestantischschwermütige Stimmung versetzt, kennt die erstere durchaus das Bild sanft ansteigender Hügelketten, fruchtreicher Ackerböden sowie den Wechsel von lichten Wald- und Wiesenflächen, was in katholisch-barocker Fülle mehr die Sinne ansprechen mag. Natürlich gibt es Übergänge, und die Störche, diese lautstarken Spartenvertreter reicher Artgenossenschaft, meldeten gewiß Protest an, würde nicht auch auf die ausgedehnten Teich- und Seelandschaften der Lausitz verwiesen. Man ist hier heimatverbunden, aber offen zur Welt; direkt führt einen der Weg ins Böhmische, Polnische oder Märkische,