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Zwischen Blues und Bleistift
Gettysburg March (As-Dur)
Das ist die Eröffnungsnummer. Die Magnolia Jazz-Band spielt. Fabelhafte Südstaaten-Musik. Von Beruf sind die Musikanten Mineralölkaufmann, Monteur, Airbus-Verkaufsleiter, Dolmetscherin, Filmregisseur. Einer, der Trompeter, macht Sachen zum Lachen. Das ist Markus, der Zeichner, Cartoonist. Der mit Stift und Strich Stories erzählt. Geschichten von nebenan - nur daß er eben den Gedanken, die oft so naheUegen, ein kleines albernes entlarvendes bißchen vorgreift.
Die Magnolia-Musik stampft. Der Pulsschlag der Zuhörer paßt sich dem Rhythmus an. Dem Puls bleibt nichts anderes übrig. So etwas gibt's in Amsterdam, in Greenwich Village, New York und eben auch in Hamburg." Hier blüht der Magno-lia-Blues. Der Laden heißt „Klimperkiste". Eine schöne Pinte, Holz überall, Klo ganz hinten, am Tresen Hocker, Kerzen auf den Tischen, ein Jagdhorn an der Bar, ein Monroe-Mirror an der Wand, Plüsch auf den Stühlen, Altbier für junge Leute.
Die Ältesten sind hier die Musiker. Die Magnolia-Band wurde 1949 gegründet. Nur das Klavier ist älter, ein müdes rotes
Piano, oben ohne, das heißt, die Saiten liegen bloß, und von den weißen Tasten fehlt manchmal schon das Weiße. Aber der Sound stimmt wie eh und je. Die Dame, die an der Gitarre schrummt, ist Helga. Sie ist die Ehefrau von Markus, von Anbeginn an bei den Jazzern, Gründungsmitglied der Magnohas. Nebenbei spricht sie drei Sprachen, Englisch, Französisch, Russisch. Sie hat auch drei Kinder, alle von Markus. Während Markus nach innen lächelt, lacht sie nach außen. So ungefähr ist die Familiensituation.
Die Magnolias machen jeden Freitagabend Musik, von acht bis Mitternacht. Gegen Freibier und dreißig Mark Taxispesen pro Nase. „Wir machen das statt Kegeln", sagt Markus. Er nennt, was sie tun, „Versehrten-Jazz". Aber keiner hinkt, nur das Herz schlägt höher.
A Good Man Is Hard To Find (B-Dur)
Markus, zweifellos ein guter Mann, ist manchmal tatsächlich schwer zu finden. Zum Beispiel in seinen Zeichengeschichten. Wie Hitchcock in seinen Krimis immer mal wieder durchs Bild geht, so taucht Markus oft als Randfigur in seinen Cartoons