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Rufus Beck Vorwort
Oft werde ich gefragt, was meine Beweggründe dafür sind, so vieles für Kinder zu produzieren. Ja, stimmt, antworte ich, ich drehe Filme, die auch von Kindern gesehen werden, und nehme Hörbücher auf, die auch von Bindern gehört werden, ich spiele in Shows und Theaterstücken und habe selbst welche geschrieben - all das könnte man im weitesten Sinne als «Familienunterhaltung» bezeichnen, aber ich habe dabei eigentlich kein Zielpublikum vor Augen, im Grunde genommen mache ich das alles für das neugierige Kind in mir.
Kinder sind fasziniert von der Tatsache, dass die Eltern ja auch einmal Kinder waren, und hören daher immer wieder gerne, welchen Schabernack, welche Streiche und welchen Unsinn man vor seiner lebenslangen Anstellung als Vater oder Mutter so getrieben hat, bevor man dazu gezwungen wurde, erwachsen zu werden tmd dem vermeintlich ach so schweren Emst des Lebens zu folgen. Also beginnt man erst einmal in der Erinnerung an die eigene Kindheit herumzukramen, doch irgendwann hat sich der biographische Vorrat an Anekdoten erschöpft und wiederholt sich. Da kommt der Augenblick, wo die «Kleinen» auf eine ausgedachte, erfundene Geschichte bestehen, die man so ad hoc, aus dem Stegreif, vortragen soll.
In uns allen sind Geschichten verborgen, verschüttet, verschlossen, die nur darauf warten, befreit zu werden. Doch das funktioniert nur, wenn man es auch als Erwachsener geschafft hat, das Kind in sich zu bewahren.
«Geschichten für uns lünder» heißt dieses Buch. Geschichten für uns Kinder? Moment mal! Welche Kinder sind denn mit dem «uns» gemeint? Wann hört das Kindsein überhaupt auf? Und wo