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Idi war im Paradies
Ich meine nicht das Paradies, aus dem wir vertrieben worden sind, auch nidit das Paradies, das uns verheiSen worden ist. Ich meine das kleine irdische Paradies, das wir taglich in un-serem Leben besitzen können, wenn wir es nur entdecken und als Paradies erkennen.
Es war auf der Insel Langeoog, im vergangenen Jahr, wahrend der Sommerferien. Idi sollte vor Kurgasten vorlesen. Als ich mit dem Inselbahnchen ankam, stand auf dem Bahnhof ein Kriegskamerad von mir, mit seiner ganzen Familie, eigens zu meinem Empfang. „Das habe ich doch in der Kurzeitung ge-lesen, dafi du morgen liest", erklárte er. „Und von der Kur-verwaltung habe ich deine Ankunft erfahren. Eigentlich wollte dich ja der Kurdirektor abholen, aber ich habe ihm gesagt, das machte ich."
Er wufite auch, wo mein Quartier war. Auf dem Wege dort-hin begegneten wir einem Fuhrwerk. Er hielt es an, gab mei-nen Gepackschein dem Kutscher und sagte: „Bringen Sie die Koffer, bitté, ins Blumental!" Im Blumental war mein Quartier.
„Wie lange bleibst du? MuGt du übermorgen wieder abrei-sen?" Und als ich sagte, ich würde vierzehn Tage bleiben, sagte er: „Fein, Mensch! So lange sind wir auch hier." Am nachsten Abend, auf dem Wege zum Vortragssaal, war mir ein bifichen bange. Es war wundersdiönes Wetter. Der Himmel war klar bis zum Horizont. Sicherlich würde es einen herrlichen Sonnenuntergang geben. Und zwar um 20 Uhr 36. Und um 20 Uhr 30 sollte ich anfangen zu lesen. Ich war um acht Uhr im Vortragssaal, um zu sehen, welches Pódium ich besteigen mufite. Zu meiner Überraschung safi in der ersten Reihe der Zuhörerstühle schon eine Dame. Ich begrüfite sie und dankte ihr, dafi sie gekommen war. „We-nigstens werde idi nun nicht alléin sein", sagte idi. „Mein