Bővebb ismertető
Für Susanne
Danksagung
Autor und Verlag danken der Adolf Würth GmbH Co. KG, insbesondere Herrn Reinhold Würth, für die Unterstützung bei der Herausgabe dieses Buches und der damit verbundenen Foto-Ausstellung im Museum Würth in Künzelsau.
Sämtliche Aufnahmen entstanden in den Jahren 1947 bis 1997.
Marion Gräfin Dönhoff und Erhard Eppler danke ich sehr herzlich für ihre Beiträge zu diesem Buch. Ebenso danke ich allen Fotografierten, denen ich in den Jahren von 1947 bis 1997 begegnen durfte. Für die Begleitung auf unzähhgen Fahrten zu Fototerminen sowie die technische Assistenz bei den Aufnahmen, die in den Jahren 1996 und 1997 entstanden sind, und für den unermüdlichen Einsatz und die immerwährende Bereitschaft danke ich Herrn Peter Falk und meinem Sohn Constantin sowie meinen Brüdern Eugen und Alex. Frau Sylvia C. Weber, Leiterin des Museum Würth, habe ich für die Bewältigung vielerlei organisatorischer Fragen, für Konzeption und Aufbau der Ausstellung zu danken. Für alle Laborarbeiten, die Erstellung der Druckvorlagen und die Herstellung sämtlicher Vergrößerungen für die Ausstellung danke ich dem Fotografenmeister, Herrn Jürgen Weller. Für Planung, Organisation und die oft sehr schwierigen Terminvereinbarungen sowie die Textverarbeitung danke ich herzlich meiner Frau, Susanne Erding-Swiridoff. Für die Erstellung der Lebensläufe, die redaktionelle Arbeit und für die verständnisvolle Zusammenarbeit danke ich dem Lektor des Belser Verlags, Herrn Christoph Wetzel, und seinen Mitarbeitern, Frau Birgit Weber und Herrn Dr. Peter Stephan; für die grafische Gestaltung und Herstellung habe ich dem Herstellungsleiter, Herrn Ulrich Dotzauer, und seiner Mitarbeiterin, Frau Annette Trass, ebenfalls herzhch zu danken. Ebenso gilt mein Dank für die Zusammenarbeit mit der Druckerei Scheufeie, insbesondere Herrn Hans Joachim.
Marion Gräfin Dönhoff
Grußwort
Wer vor 30 Jahren die Porträt-Bände des jungen Swiridoff gesehen hat, der ist gespannt auf das Werk, das der erfahrene, sein Leben lang an Persönlichkeitsforschung interessierte Fotograf jetzt vorlegt. Swiridoff - fasziniert vom menschlichen Gcsicht, begabt mit viel Gespiär - geht es nicht darum, Porträtfotos zu machen, sondern darum, das Geistige und Wesentliche der Betreffenden zu erforschen und wiederzugeben. Er vermag auf solche Weise eine ganze Epoche zu dokumentieren und das Spezifische einer nationalen Kultur darzustellen. Am Anfang seiner Karriere ging es um Landschaften und Städtebilder, dann kamen die ersten Porträts, die ihn berühmt machten, und jetzt, nach langer Pause, hat er den Ehrgeiz, für die Hälfte des ausgehenden Jahrhunderts in den Gesichtern der führenden Persönlichkeiten das Wesen der Zeit zu erspüren.
Wenn ein Fernsehteam für ein Interview zu mir in die Redaktion kommt und zwei Leute notwendig sind, um die schweren Apparate und das technische Zubehör heranzuschaffen, dann denke ich manchmal: Die Armen, ich brauche nur einen Bleistift-Stummel, und einen solchen habe ich in jeder Rock- und jeder Jackentasche. Eigentlich war ich immer der Meinung, durch reflektierendes Schreiben einen Menschen besser charakterisieren zu können als durch eine Fotografie. Vielleicht ist dieses Vorurteil auch durch das heute massenweise Fotografieren verstärkt worden. Nie zuvor wurde so viel fotografiert wie heute, so daß das Bild, das ja eigentlich einprägsamer ist als das Wort, dadurch in gewisser Weise entwertet wird.
Swiridoff hat mich und mein Vorurteil eines besseren belehrt. So, wie es gute und mittelmäßige Schriftsteller gibt, so gibt es eben auch hervorragende und durchschnittliche Fotografen. Paul Swiridoff ist ein hervorragender Fotograf. Er überlegt sehr genau, wen er ansprechen will, liest über den betreffenden, studiert, womit dieser sich beschäftigt und worin seine Leistung besteht. Und dann, im Gespräch mit dem »Opfer«, erspäht er blitzschnell - manchmal auf geheimnisvolle Weise - den Augenblick, !n dem in dessen Gesichtszügen das Wesentliche zum Ausdruck kommt.
Swiridoff setzt sich wirklich und ernsthaft mit seinem Modell auseinander. Die Kommunikation mit dem Dargestellten spielt, so meint er, eine große Rolle. Wörtlich sagt er: »Die Frage ist immer die gleiche: Wird der Augenblick kommen, welcher der einzige ist im Ablauf des ganzen Prozesses, der dem Modell meist unbewußt bleibt, der aber für die Entstehung des Bildes entscheiden ist « Oft spricht er von der Landschaft, die das menschliche Antlitz darstellt. Wer seine Porträts betrachtet, wird ihm recht geben: Niemand kann umhin, bei der Betrachtung von Adenauers Abbild an eine uralte schrundige Gebirgslandschaft zu denken. Swiridoff sagt: »Nirgends manifestiert sich das Wunder der Schöpfung des Menschseins ergreifender als in der Landschaft des menschlichen Gesichtes.«
Es ist in der Tat faszinierend, am Ende dieses Jahrhunderts den Blick zurückzuwerfen auf einige Köpfe, die die letzten Jahrzehnte geprägt haben. Wer zunächst vermißt, daß keine Kategorien gebildet wurden - also Politiker, Künstler, Intellektuelle -, dem wird nach der Betrachtung dieser Sammlung klar geworden sein, daß dies gar nicht möglich ist. Zu viele jener Politiker gehören als geistige Menschen nicht nur in eine dieser Kategorien, beispielsweise Hermann Abs, Carlo Schmid, Helmut Schmidt, Hans-Dietrich Genscher. Wir wollen hoffen, daß dies im nächsten Jahrhundert auch so sein wird.
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Erhard Eppler
Der Wirklichkeit auf der Spur
Paul Swiridoff war kein junger Mann mehr, als damals, in den sechziger Jahren, seine Porträts manchen auch im Ausland stutzen ließ: Das waren ja wirklich Köpfe, die jenes ausgeblutete, um Vertrauen ringende Nachkriegsdeutschland, genauer: seine westdeutsche Teilrepublik, repräsentierten, die seine Wirtschaft zum Blühen brachten, an ihren Instituten forschten, seine Orchester dirigierten, seine Städte planten oder auch um den richtigen politischen Weg rangen, sei es als Abgeordnete, Minister oder Publizisten. Daß Max Brauer, Herbert Weichmann, Thomas Dehler, Hildegard Hamm-Brücher, Klaus von Bismarck oder Ludwig Kaiser einen guten Fotografen reizen mußten, war nicht verwunderlich. Aber daß Hermann Höcherl nicht nur ein charmantes Schlitzohr, Walter Hesselbach nicht nur ein tüchtiger Bankier, Paul Mikat nicht nur ein gescheiter Professor war, das erfuhr, wer Swiridoffs Bilder auf sich wirken ließ.
Offenbar hatte Swiridoff damals schon die Gabe, die mir jetzt an ihm auffiel: Phantasie. Das ei-wartet man zuletzt von einem Fotografen. Er soll ja nur abbilden. Aber was? Die Wirklichkeit? Welche? Wer war denn nun der wirkliche Konrad Adenauer, Carlo Schmid, Felix von Eckardt? Es scheint, als beobachte Paul Swiridoff einen Menschen so lange und so konzentriert, bis er zu wissen glaubt: Dies ist nun zwar nicht der wirkliche, wohl aber der wirklichste Herbert Wehner oder Ernst Jünger. In seiner Phantasie entsteht ein Bild, wie beim Maler oder Bildhauer. Diesem bleibt er auf der Spur, bis er es hat. Vorher, mit einem weniger wirklichen, gibt er sich nicht zufrieden.
Das sei doch reichlich subjektiv, werden manche einwenden. Natürlich, aber Kunst ist eben subjektiv, so subjektiv, daß schließlich eine Wirklichkeit aufleuchtet, die uns staunen läßt.
Jetzt, drei Jahrzehnte später, hat Paul Swiridoff noch einmal Menschen porträtiert, einige zum zweiten Mal. Er ist, zusammen mit manchem, den er vor dreißig Jahren abgebildet hat, älter und reifer geworden. Aber er ist nicht weniger zäh, unerbittlich, wenn es darum geht, der Wirklichkeit einer Person nachzuspüren. Wo markante Köpfe nun zum zweiten Mal erscheinen, lohnt es sich zu vergleichen: Die Achtzigjährigen mit den Fünfzigjährigen, die Siebzigjährigen mit den Vierzigjährigen. Sind sie nur müde, resigniert, krank, verbittert, verhärtet, noch eitler geworden oder gar reifer, weiser, gütiger? Wie hat das Jahrhundert die geprägt, die selbst das Jahrhundert geprägt haben? Da entstehen visuelle Biographien von verblüffender Eindringlichkeit.
Natürlich sind die meisten von denen, deren geistige Energie uns aus den frühen Bänden Swiridoffs heute noch erreichen kann, längst tot. Wie schön, daß Swiridoff aus dem glatten, schwer zu deutenden Gesicht des fünfzigjährigen Willy Brandt Erstaunliches herauszuholen verstand. Schade, daß er dem alten weisen Brandt nicht mehr begegnet ist.
Wieder ist eine Galerie von Köpfen entstanden, die der inzwischen größeren Republik gut ansteht. Die Jüngeren, also die zwischen vierzig und fünfzig, sind seltener geworden. Nur weil Swiridoff Köpfe aussuchte, deren Wirksamkeit im 20. Jahrhundert liegt, die Vierzigjährigen wohl erst im nächsten Jahrhundert wirksam werden? Oder auch, weil einem heute kaum Jüngere einfallen und auffallen, die sich mit Egon Bahr, Ernst Benda, Jochen Vogel vergleichen ließen? Da ist Vorsicht am Platz. Es gibt eine Perspektive des Alters, die den Jüngeren nicht gerecht wird. Ältere vergleichen, ob sie wollen oder nicht, den
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