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Gestalt und Gleichnis bei Ernst Barlach [antikvár]

Günter Gloede

 
EinführungErnst Barlachs Schaffen ist dem elementaren Leben aufs engste verbunden und der Wirklichkeit so verschwistert, dafi es in steigendem Mafie für viele Nachgeborene persönliche Bedeutung gewonnen hat.Sie lernen ihr eigenes Leben an Hand dieser Chiffren des Schicksals klarer verstehen und können sich selbst mit manchen dieser Aussagen identifizieren. Barlachs ganzes Bemühen ist wie ein weit ausholender Griff in das wirkliche Leben. Dieses in seine Werke mit Schnitzeisen und Feder zu bannen, es ungeschminkt und kompromifllos wahr...
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EinführungErnst Barlachs Schaffen ist dem elementaren Leben aufs engste verbunden und der Wirklichkeit so verschwistert, dafi es in steigendem Mafie für viele Nachgeborene persönliche Bedeutung gewonnen hat.Sie lernen ihr eigenes Leben an Hand dieser Chiffren des Schicksals klarer verstehen und können sich selbst mit manchen dieser Aussagen identifizieren. Barlachs ganzes Bemühen ist wie ein weit ausholender Griff in das wirkliche Leben. Dieses in seine Werke mit Schnitzeisen und Feder zu bannen, es ungeschminkt und kompromifllos wahr festzuhalten, empfand er selbst als die eigentliche Notwendigkeit" seiner künstlerischen Aufgabe, als seine eigentliche Berufung. Die Wahrheit ist die Un-sichtbarkeit selbst, das Sein des Seins, das Unnennbare, die Ausströmung des ewig unbekannten Gottes Aber das künstlerische Vertrauen ohne arge Ver-niinftigkeit glaubt sich selbst sein Schöpfertum und beweist es sich zufriedenstellend als Teilhabung im grófién schöpferischen Geschehen " Und in gleich persönlicher Wcise bekennt Barlach: Noch gehöre ich zu den gláubigen Menschen, deren Letztes sich allerdings nicht in Worte bringen liefie, indem ich der Überzeugung bin, dafi die mir gegebene Sprache und Darstellung - wenn auch stammelnderweise - von etwas zeugt, das vom Wort, von Wille, Verstand und Vernunft überhaupt nicht berührt wird. Es sei denn wiederum in der Art der Kunstsprache, indem ihr inne-wohnt und übertragen wird aus ihr, vermöge übervernünftiger Eigenschaft als Schönheit, Gröfie, Majestat oder erschütternde Eindringlichkeit, was vom Jenseits der Wortmathematik kommt, nicht gewillt, gelernt, gewonnen oder ursáchlich er-kannt werden kann, sondern zweckfreie Gnade ist."1Nach solchen Erklárungen Barlachs wird es kaum noch angángig sein, ihn als den skurrilen Sonderling, als leicht humorigen niederdeutschen Kauz, ohne die Aus-lotung seiner allgemein-menschlichen Geistestiefe und eine echte Religiositat vor-zustellen. Auch auf Barlach, der sich dem einfachen Volk ganz zugehörig fiihlte, trifft jene Charakteristik zu, die Annette von Droste-HülshoíT von ihren Lands-leuten gab: sie besitzen den Mut der Liebe und einer unter dem Schein des Phlegmas versteckten schwármerischen Religiositat." 2Ohne nun bei unserem Blick auf Barlach in den Fehler zu verfallen, ihn in einen Kirchenchristen umdeuten zu wollen, versuchen wir den Nachweis, daí? Gott ausí

Termékadatok

Cím: Gestalt und Gleichnis bei Ernst Barlach [antikvár]
Szerző: Günter Gloede
Kiadó: Evangelische Verlagsanstalt
Kötés: Vászon
Méret: 170 mm x 240 mm
Günter Gloede művei
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