Bővebb ismertető
Oft wird der Versuch unternommen, im Werk
von Giacometti die Vision des Malers von der
des Bildhauers zu trennen. Tatsächlich aber ist
dieses Werk eine konstante und einzigartige
Einheit. Die beiden Ausdrucksmittel stehen sich
bei Giacometti nicht fremd gegenüber, beide
dienen einem besseren Weltverständnis und dem
Kontakt des Bildhauers und Malers mit den
Menschen, beide vertreten den gleichen Stand-
punkt. Die wesentlich graphische Art des Sehens,
wie sie Giacometti eigen ist, dient dazu, die
nicht faßbare Bewegung der Wirklichkeit der
Vision anzugleichen. Dadurch kann ihre Sub-
stanz erfaßt und deren Sinn erkannt werden.
Giacometti wird durch den leeren Raum, durch
das weiße Blatt fasziniert, ohne daß diese
Faszination ihn der Reaktion beraubte. Im
Gegenteil: das eine wie das andere stimuliert
ihn, beides ist für ihn das Material, von dem er
ausgeht. Die Zeichnung ist für ihn eine Art des
Nachdenkens und des Lösens seiner Probleme;
so zeichnet er niemals, um eine Form zu fixieren
und sie im Absoluten zu bestimmen, sondern um
die Scheinbarkeiten und die Trägheit des Blickes
zu überwinden und dadurch das echte Leben zu
erreichen. Seine lebhafte und dichte Handschrift
macht die Weiße des Papiers urbar. Die Hand-
schrift rollt sich ein, zieht sich zusammen und
verknotet sich, um dann in einem freien Lauf
emporzuschießen, sich zu vervielfachen und sich
von der tragenden Unterlage frei zu machen.
Die Malerei und die Plastik materialisieren die
plötzlichen Beschleunigungen dieses bewegten
Graphismus, der niemals zur Ruhe kommt. Sie
gehören zum gleichen Raum, den sie durch ihre