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Werner Kriegeskorte - Giuseppe Arcimboldo [antikvár]
 
ABBILDUNG SEFTE 7: Der Frühling, 1573 Öl auf Leinwand, 76 x 63,5 cm Musée National du Louvre, París Das Bild Der Frühling ist ringsum von einer Girlande umgeben, die in der malerischen Gestaltung deuüiche Unterschiede zur Darstellung des Frühlings zeigt. André Pieyre de Mandiargues ist der Ansicht, daß die Girlande später hinzugefügt wurde. Aus gehöriger Entfernung erkennt der Betrachter das leicht lächelnde Gesicht einer jungen Frau; kommt er aber näher, steUt er fest, daß unendlich viele nach der Natur genau studierte...
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ABBILDUNG SEFTE 7: Der Frühling, 1573 Öl auf Leinwand, 76 x 63,5 cm Musée National du Louvre, París Das Bild Der Frühling ist ringsum von einer Girlande umgeben, die in der malerischen Gestaltung deuüiche Unterschiede zur Darstellung des Frühlings zeigt. André Pieyre de Mandiargues ist der Ansicht, daß die Girlande später hinzugefügt wurde. Aus gehöriger Entfernung erkennt der Betrachter das leicht lächelnde Gesicht einer jungen Frau; kommt er aber näher, steUt er fest, daß unendlich viele nach der Natur genau studierte Blumen mit ihren Blättern und Stengeln die Illusion von Haut, Haaren und Gewand erwecken, daß die Haut aus weißen bis rosafarbenen Blüten besteht, die Haare eine buntfarbige Blumenkrone bilden und das Gewand durch das Blattgrün der Pflanzen dargestellt wird. Die Nase wird zur Lilienknospe, das Ohr zu einer Tulpe und das Auge zu zwei Tollkirschen und ihrer Blüte. Weiße Blumen bilden eine Art Stehkragen, der Gesicht und Gewand voneinander trennt. ABBILDUNG GEGENÜBER: Der Sommer, 1573 Öl auf Leinwand, 76 x 64 cm Musée National du Louvre, Paris Signiert und datiert auf dem Kragen und der Schulter. Das Bild phört wie Der Frühling zur vollständipn Serie der Jahreszeiten, die sich he.ute im Musée National du Louvre in Paris befindet. Auch für die Girlande dieses Bildes gilt, daß sie höchstwahrscheinlich erst später hinzugefügt wurde. Wie Der Frühling wird auch Der Sommer durch einen menschlichen Kopf im Profil dargestellt. Auf dem steifen Kragen steht, fein hineingewoben, der Name des Künstlers „Giuseppe Arcimboldo.F." Das F steht für „fecit" („er hat pmacht"). Der Maler bescheinigt damit, daß er das Bild gemalt hat. Auf der Schulter entdeckt man noch die Jahreszahl 1573. Sein Vater war Biagio Arcimboldo oder Ardmboldi, er arbeitete als Maler im Mailänder Dom. Welche der beiden Schreibweisen seines Namens die richtige ist, konnte bis heute nicht endgültig geklärt werden, da Giuseppe ihn selber verschieden schrieb. Einmal Arcimboldo, dann Arcimboldi oder Arcimboldus. Einmal Giuseppe, dann Josephus, Joseph oder Josepho. Ich habe mich für meinen Text der in Frankreich und den übrigen Ländern mit Ausnahme Italiens üblichen Form Arcimboldo angeschlossen. Der Name ist alemannischen Ursprungs wie alle italienischen Namen mit der Endimg „baldo" oder „boldo". Die Geschichte der Familie Arcimboldo, so wie sie Pater F. Paolo Morigia, ein Zeitgenosse und Freund des Künstlers, nach dessen Angaben aufgeschrieben hat, führt bis zu Karl dem Großen zurück. In dessen Dienst soll ein alemannischer Edelmann mit Namen Saitfrid Arcimboldi gestanden haben. Von seinen 16 Kindern hätten sich drei besonders ausgezeichnet; sie seien daraufhin geadelt worden. Einer von den dreien wanderte nach Italien aus und wurde der Stammvater von Giuseppes Familie. In diesem Bericht mischen sich Legende und Geschichte. Gesicherter scheint mir dagegen, was Morigia weiter schreibt: „Alles, was ich bis jetzt über das Haus Arcimboldi geschrieben habe, habe ich von dem Herrn Giuseppe Arcimboldi erfahren, einem glaubwürdigen Edelmann von unanfechtbarer Lebensart, der zweien Kaisem in Deutschland gedient hat, wie noch zu schildern sein wird, und er hat diese Abstammung und Herkunft der Arcimboldi aus emem alten pergamentnen Buche in deutscher Sprache kopiert, das ihm der Physikus des Kaisers Maximilian vorlas, und weiterhin erklärt er, in zwei Orten gewesen zu sein, die Arcimboldi genannt sind. Zudem versichert er, daß in der Stadt Augsburg nahe der größten Kirche ein großer Friedhof ist, in dem eine große Kapelle errichtet ist, und wenn man durch die Pforte eintritt, sieht man eine alte Grabstätte aus rotem Mischmarmor, in den das Wappen der Arcimboldi mit alten Lettern eingehauen ist; desgleichen beteuert er, er habe in der Stadt Regensburg auf dem großen Friedhof des Domes ein großes, uraltes Grabmal gesehen, in dem man das Wappen der Arcimboldi mit seinen Lettern eingeschnitten erblickt, und in vielen Städten Deutschlands gibt es viele Arcimboldi."^ Soweit Morigia. Arcimboldo hat tatsächHch im Auftrag des Kaisers Rudolf II. eine Reise nach Kempten gemacht. Dabei kann er auch in Augsburg und Regensburg gewesen sein. In der ausführlichen Art, in der Pater Morigia über die Geschichte der adUgen Famihe Arcimboldo in seiner „Nobilita di Milano" berichtet, erfahren wir, daß Guido Antonio Arcimboldo, der Ururgroßvater Giuseppes, als Witwer 1489 zum Erzbischof von Mailand gewählt und damit der Nachfolger seines verstorbenen Bruders Giovanni, ebenfalls Erzbischof von Mailand, wurde. Guido Antonios Sohn Filippo zeugte den

Termékadatok

Cím: Giuseppe Arcimboldo [antikvár]
Szerző: Werner Kriegeskorte
Kiadó: Benedikt Taschen Verlag GmbH & Co. KG
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 3822800805
Méret: 230 mm x 300 mm
Werner Kriegeskorte művei
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