Bővebb ismertető
Vorwort
Um die Mitte des 3. Jahrhunderts
v. Chr. übernahmen die Römer von ihren
etruskischen Nachbarn den Brauch, bei
Totenfeiern für bedeutende Männer
bewaffnete Kriegsgefangene auf Leben
und Tod miteinander kämpfen zu las-
sen. Die Römer jedoch faszinierte
daran weniger der fromme Zweck als
vielmehr das Spiel mit dem Tod,
das Sensationelle. Und so entwickelte
sich bei ihnen aus dem religiösen Lei-
chenschaukampf etwas ganz anderes,
eine Institution, die in der Geschichte
der Menschheit kein Gegenstück hat:
das römische Gladiatorenwesen.
Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine
gigantische Vergnügungsindustrie, die
schließlich Hunderttausende von Men-
schen beschäftigte und Unsummen
verschlang. Ihre Aufgabe war es, im
ganzen Römischen Reich eine Art Zir-
kusspiele für alle mit einem möglichst
abwechslungsreichen Programm zu
organisieren: Spiele, deren größte
Attraktion der Kampf auf Leben und
Tod war. Zu diesem Zweck steckte man
Gefangene, Sklaven und Verbrecher,
später auch Freiwillige in Uniformen,
ließ sie von Fechtlehrern zu „Gladia-
toren" ausbilden und hetzte sie unter
den Augen der Zuschauer gegeneinan-
der, bis Blut floß und der Unterlegene
unter den Händen des Siegers sein
Leben aushauchte.
Diesem römischen Gladiatorenwesen
fielen im Laufe der Jahrhunderte Millio-
nen von Männern und Frauen zum
Opfer. Sie starben - oft zu Hunderten
an einem einzigen Tag und Ort - auf
öffentlichen Plätzen, in Theatern, in
Rennbahnen und in den Arenen der
eigens für den Gladiatorenkampf errich-
teten Amphitheater. Mit ihnen verende-
ten unvorstellbare Mengen wilder Tiere,
die von einer Armee von Tierfängern
angeliefert wurden, bis rings um das
Mittelmeer viele Arten ganz oder beina-
he ausgerottet waren.
Dieses WAS IST WAS-Buch schildert,
wie es dazu kommen konnte. Es be-
richtet vom religiösen Ursprung des
Gladiatorenkampfes; von seiner Umfor-
mung und Weiterentwicklung durch die
Römer; von Herkunft, Leben und
Schicksal der Gladiatoren; von den
grausigen Höhepunkten des Gladia-
torenwesens in der Kaiserzeit, den
Massenhinrichtungen, Tierhetzen und
Seeschlachten; und zuletzt vom langen
Kampf der jungen christlichen Kirche
gegen die Spiele und von deren Ende
zu Beginn des 5. Jahrhunderts n. Chr.