Bővebb ismertető
4. Januar 1930 66. Jahrg. Die Pflege des Hangenden durch Teilversatz. Von Bergassessor Dr.-Ing. H. Winkhaus, Osterfeld. Die Entwicklung der Abbauverfahren bei fiacher Lagerung hat im Ruhrgebiet wáhrend der letzten Jahrzehnte vom Pfeilerbruchbau über den StoB- und den Strebbau mit Bergeversatz zu dem heutigen leistungsfáhigen Rutschenbau in langen Streben geführt. Dagegen ist im auslándischen Bergbau, vor allém in England, im allgemeinen der Streb- und Pfeilerbruchbau in einer zwar verfeinerten, in den Grundzügen aber nur wenig geánderten Form beibehalten worden. Erst in den letzten Jahren hat man in gröBerm Umfange im Abbau mechanische Fördermittel (Échüttelrutschen und Förderbánder) eingesetzt, die lange Abbaufront des Strebbaus in EinzelstöBe aufgelöst und die Gewinnung zusammengefaBt, womit man sicli auf dem Wege der deutschen Entwicklung zum Rutschenbau befindet. Unbeschwert ist man jedoch von den Erfahrungen geblieben, die der Ruhrbergbau beim StoB- und Strebbau in der Zwischenzeit mit Fremdversatz gemacht hat und die ihn und mit ihm die Bergbehörde von dessen unbedingter ZweckmáBigkeit so überzeugt habén, daB auch heute noch ein guter Vollversatz vielfach als das Heilmittel für alle Erschwerungen des Abbaus hinsichtlich der Wetterführung, des Gebirgsdruckes, der Bergscháden, der Pflege des Hangenden und des Ganges der Kohlé gilt. Der englische Bergbau hat den Rutschenbau ohne den im Ruhrgebiet üblichen Bergeversatz übernommen und damit Ergebnisse erzielt, die für jeden in den genannten Anschauungen befangenen deutschen Bergmann, der englische Gruben befáhrt, stark überraschend wirken. Nachdem nunmehr auch die ersten entsprechenden deutschen Versuche erfolgreich durchgeführt worden sind, dürfte es geboten sein, sich eingehender mit den Voraussetzungen und den Einzelheiten dieser für uns neuen Betriebsweise zu bescháftigen und daraus Vorteile zu ziehen. Wirkung des Teilversatzes auf das Flözhangende. Bei der Erörterung meiner Eindrücke in England und der auf der Zeche Jacobi der Gutehoffnungshütte erzielten Ergebnisse soll bewuBt vermieden werden, auf die verschiedenen Theorien einzugehen, die neuerdings über Entstehung und Auswirkung des Gebirgsdruckes aufgestellt worden sind, da sie keine grundlegend neuen Erkenntnisse vermitteln, dagegen die nachstehenden Betrachtungen unnötig belasten und weitláufig gestalten würden. Jede Ansicht wird für gewisse Verháltnisse ihre Berechtigung habén, die am KohlenstoB auftretenden Kráfte sind aber von sehr zahlreichen und verschiedenen Umstánden abhángig, von denen hier nur Beschaffenheit und Máchtigkeit der Hangendschichten, Zahl und Verlauf der Schlechten, eínheitliche máchtige Schichtung oder Wechsellagerung aus verschiedenartigen Einzelbánken, streichender oder schwebender, langsamer oder schneller Verhieb erwáhnt seien. Infolgedessen kann das Verhalten der Gebirgsschichten bei Störung des Gleichgewichtszustandes durch den Abbau zwischengelagerter Flöze keinesfalls verallgemeinert werden. Dazu kommt noch, daB die Kenntnis von den physikalischen Eigenschaften der einzelnen Gebirgsarten bei den verschiedenartigen Beanspruchungen und Druckverháltnissen, von der Elastizitát und Plastizitát der Gesteine, vor allém ihrer Dehnungsfáhigkeit auf Zug und Druck, noch recht lückenhaft ist. Unter diesen Umstánden genügt für die praktische Betriebsführung zunáchst die bekannte einfache Darstellung der Verháltnisse durchaus, die auch für die nachstehend erörterten Fragen des Abbaus mit Teilversatz klare und schlüssige Erklárungen gibt. Im Lehrbuch der Bergbaukunde von Heise und Herbst werden nach der Rücksicht, die man beim Abbau auf das Hangende nimmt, drei verschiedene Hauptgruppen von Abbauverfahren unterschieden. Beim »Bruchbau« láBt man das ganze Hangende einfach hinter sich zu Bruch gehen, beim »Abbau mit Bergfesten« sucht man durch das Stehenlassen von Bergfesten zwischen den einzelnen Abbauráumen den ursprünglichen Zustand der hangenden Schichten zu erhalten; zwischen beiden steht das als »Abbau mit Bergeversatz« bezeichnete Verfahren, bei dem die Senkung des Hangenden durch Einbringen von Versatz mehr oder weniger abgeschwácht wird. Reinen Bruchbau wenden der deutsche Braunkohlentiefbau und der ostoberschlesische Steinkohlenbergbau an. Wird ein Bruch durch Rauben der Zimmerung geworfen, so brechen die hangenden Schichten sogleich bis zur Tagesoberfláche oder zum mindesten durch den gröBten Teil der hangenden Gebirgsschichten nach. Damit wird der KohlenstoB von dem Gewicht der über dem Abbauraum hangenden Massen entlastet. Mit zunehmender Teufe steigen jedoch die Schwierigkeiten des Bruchbaus, weil das Gebirge unter dem Druck der auflagernden Massen in sich gefestigter und záher wird, so daB die Bri'iche nicht mehr planmáBig gehen, sondern Glocken stehen bleiben. Dann stellen sich die bekannten Schwierigkeiten dieses Abbauverfahrens ein: Hángenbleiben der Brüche, Druck auf die Arbeitsfelder, Kohlenverluste, weite Hohlráume und gelegentliche Gebirgsschláge groBen AusmaBes beim plötzlichen Zubruchgehen dieser Hohlráume. Ein Musterbeispiel für den Abbau mit Bergfesten bietet der deutsche Kalibergbau. Für den Abbau mit Bergeversatz ist kennzeichnend, daB im Gegensatz zum Bruchbau stets