Bővebb ismertető
Das Jubiläum von Christi Geburt im Jahr 2000 erinnert immer auch an den
»Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids « (Röm 1,3)'
Gottes menschgewordener Sohn kommt aus dem Volk Israel. Er war Jude und
hat in der Glaubenstradition der Bibel des Gottesvolkes gelebt.
Christen dürfen ihre Herkunft aus Israel und ihre bleibende Verbundenheit mit
den Brüdern und Schwestern des Ersten Testaments nie vergessen. Der Alte und
der Neue Bund müssen nach christlichem Verständnis unauflösbar zusammen-
gehören. Der Gott der einen Bibel ist der Grund für ein christliches Gotteszeug-
nis im Namen Jesu Christi und in der Kraft des Heiligen Geistes.
Tragische Belastungen prägen die Geschichte zwischen Christen und Juden. Auf
sie trifft in besonderer Weise zu, was Papst Johannes Paul II. zum Jubiläum
2000 erklärt, »daß die Geschichte auch viele Ereignisse verzeichnet, die ein
Antizeugnis gegenüber dem Christentum darstellen. Wegen des Bandes, das uns
im mystischen Leib miteinander vereint, tragen wir alle die Last der Irrtümer
und der Schuld derer, die uns vorangegangen sind, auch wenn wir keine
persönliche Verantwortung haben und nicht den Richterspruch Gottes, der allein
die Herzen kennt, ersetzen wollen. Aber auch wir haben als Söhne und Töchter
der Kirche gesündigt « (Verkündigungsbulle Incarnationis Mysterium Nr. 11).
Die »Reinigung des Gedächtnisses«, das Bekenntnis der Schuld, die Bitte um
Vergebung und die Bereitschaft zu einem neuen Weg müssen unverzichtbare
Kennzeichen für das Heilige Jahr sein.
Ich bin dafür dankbar, daß wir im Jahr Gottes des Vaters aller Menschen die
vorliegende Arbeitshilfe herausgeben können. Sie will dazu beitragen, daß die
Verbundenheit der Kirche mit dem Judentum auf breiter Ebene wiederentdeckt
werden kann. Die verschiedenen Texte und Beiträge - auch mit provokativen
und radikalen, d.h. an den Grund gehenden Fragestellungen - wollen Bewußt-
sein wecken und schärfen, informieren und Hilfen anbieten.
Ich danke allen, die mitgearbeitet haben, insbesondere der Arbeitsgruppe Kirche
und Judentum im Rahmen der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskon-
ferenz .
Der biblische Wunsch für das Jubeljahr soll für Christen und Juden und alle
Menschen zutreffen: » es soll euch als heilig gelten Ihr sollt einander nicht
übervorteilen. Fürchte deinen Gott. Denn ich bin der Herr, euer Gott« (Lev
25,12.17).
Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke
Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das Heilige Jahr 2000
Hamburg, den 27. Februar 1999