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Brandstiftung
Du aber bleibe bei dem, was du geleint und im Glauben angenommen hast, da du ja weißt, von wem du es gelernt hast. 2. Timotheus 3,14
Der dänische Denker Sören Kierkegaard, ein leidenschaftlicher Christ und deshalb ein ebenso leidenschaftlicher Kämpfer gegen die Erstarrtheit der verwalteten Kirche, hat vor etwa hundertfünfzig Jahren geschrieben: "Wo einer Christ werden soll, da muß Unruhe werden; wo einer Christ geworden ist, da wird Unruhe sein, Christentum ist Brandstiftung.« Wie paßt dieser aufrührerische Satz zu dem ruhigen Pauluswort: »Du aber bleibe bei dem, was du gelernt und im Glauben angenommen hast«? Es sieht doch so aus, als könne nur das eine oder das andere gelten. Soll der Christ beim Überkommenen bleiben, oder soll er Unruhe, soll er Bewegung stiften? Soll er das Haus der Kirche beschützen, oder soll er die Brandfackel hineinwerfen? Soll er seßhaft, oder soll er unterwegs sein? Soll er das Neue, Störende, seine Glaubenssicherheit Gefährdende von sich weisen, oder soll er sich ihm auf Gedeih und Verderb stellen? Soll er beim Verkündigungswort Beruhigung suchen, oder soll er sich von ihm packen und schütteln, soll er sich von ihm, wie Martin Luther es nennt, zerschmeißen lassen?
Wenn es wirklich um dies Entweder-Oder ginge, dann wäre Paulus zweifellos im Unrecht und Kierkegaard im Recht. Aber geht es denn darum? Meint Paulus mit seiner Mahnung wirklich etwas so Unlebendiges und Frag-