Bővebb ismertető
EINE STUNDE BEI UNS SELBST
Auf ein Wort unter uns
Liebe Mitbrüder,
in seinem Artikel »Das Kyrie retten« (gd 3/79, S. 17 ff) hat Professor Dr. Gün-ter Duffrer das Allgemeine Schuldbekenntnis unter die Lupe genommen und betont, dafi es bei der Form C »um die Begrüfiung des Herrn« geht.
Wir können nidit leugnen, dafi auch unsere Vorschlage zum »Sdiuldbekennt-nis« im Sinne dieser Ausführungen dann und wann in den »Sündenfall« ver-strickt waren. Die »Verführung« dazu geht aber von der Anordnung der Texte aus, wie sie im Missale auf Seite 328 f abgedruckt sind. Ernst W. Nusselein meint in gd 15—16/79, S. 124: »Man mag aus liturgiegeschichtlichen Gründen bedauern, dali (nicht zuletzt durch die muttersprachliche Wiedergabe) das Kyrie-eleison seinen ursprünglichen Sinn weithin verloren hat. Aber um der Durchsichtigkeit des liturgischen Vollzugs willen sollte man sich gegen eine soldie — offensiditlich vom Mefibuch in Kauf genommene — Entwicklung nicht sperren!« Vielleicht wird sich dazu auch die Deutsche Bisdiofskonferenz auíiern, wenn sie sich an einem »Liturgietag« mit der gottesdienstlichen Entwicklung seit dem Konzil befafit.
Um allén »Versuchungen« aus dem Weg zu gehen, ersetzen wir von jetzt ab das Wort »Sdiuldbekenntnis« mit dem Ausdruck »Bekenntnis«. Das soll zum einen heiBen: Bekenntnis zur Schuld, zum anderen: Bekenntnis zum Kyrios, zum Herrn. Aus Gründen des zur Verfügung stehenden Platzes wird es nur in wenigen Fallen möglidi sein, beide Wortbedeutungen auszuformulieren.
Wir werden versudien, in den Vorschlágen zu Form A und B Elemente zur Gewissenserforschung zu bringen und mit dem Wort — Stille — anzudeuten, dafi den Glaubigen Zeit gegeben werde, sich zu prüfen, die Sünden zu erken-nen und zu bekennen, um die heiligen Geheimnisse in rechter Weise zu feiern (vgl. Einladungen). Dann kann auch der Priester anschliefiend ehrlidien Her-zens die Vergebungsbitte sprechen.
Die Form C soll künftig in der Form von Christus-Pradikationen eindeutiger als Bekenntnis zum Kyrios gestaltet werden. Aus oben genannten Gründen können wir nur dann und wann der erweiterten Kyrie-Litanei eine Einladung zur Besinnung vorausschicken. Die Anregung dazu steht ohnedies im MeiBbuch. Ob dann gleich ansdiliefiend die Vergebungsbitte gesprochen wird (Duffrer) oder erst nach der Litanei (Missale), scheint mir in beiden Fállen sinnvoll zu sein. Denn im Aufschauen zum kommenden Herrn, den wir im Kyrie begrüfien, werden wir unserer Sünden erst recht bewufit, bereit und fahig gemacht, sein Erbarmen zu erlangen.
Mit freundlichen Grüfíen
Ihr P. Alfons Schrodi