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Auf ein Wort unter uns
Liebe Mitbriider,
am Treppenaufgang unseres Hauses hángt eine Pendeiuhr, die mit einem dezen-ten, hellen Klang zur halben und zur ganzen Stunde schlagt. Ihren Lauf mufi man hin und wieder bremsen, denn sie meint es allzu eifrig mit der eingravier-ten Inschrift: Tempus fugit. Wer sie zur Schlafenszeit oftmals schlagen oder gar ticken hört, weifi einzuschatzen, welche Stunde ihm geschlagen hat.
Die Zeit flieht - oder besser: entschwindet wie im Flug, das kann ich von all den Jahren sagen, in denen ich seit Herbst 1967 mit »Gottes Wort im Kirchen-jahr« beschaftigt war. Für erhebliche Beschleunigung habén die Termine gesorgt, unerbittlich vom liturgischen Jahr diktiert. Und manches andere kam in dieser Zeit dazu, einen Mann auf Trab zu bringen. So hat sich halt unsere gute, alte Pendeiuhr zur Schlafenszeit immer haufiger bemerkbar gemacht. Tempus fugit - das meint zu allém hin auch die Lebensuhr. Es ist nicht mehr daran zu deu-teln, welche Stunde nun geschlagen hat.
P. Norbert Böhr OMI, als Provinzial Erstverantwortlicher für dieses Werk, hat unseren Mitbruder P. Rainer Rack zu meinem Nachfolger als Herausgeber und Hauptschriftleiter designiert. Mit Band 11/84 ist er in die Redaktion eingetreten. Wahrend einer Phase der Einarbeitung wird der Übergang der Verantwortung fliefiend sein.
P. Rainer Rack (49], in Wiese-graflich, Kreis Neustadt/OS, geboren, hat im eliten Lebensjahr aus seiner Heimat fliehen müssen und im Kreis Hünfeld eine Bleibe gefunden. Als Sangerknabe im Bonifatiuskloster kam er in Kontakt mit unserer Ordensgemeinschaft, in der er schliefilich eine neue Heimat fand. 1961 hat er in Hünfeld die Priesterweihe empfangen. Nach zwei Kaplansjahren in Essen wirkte er sechs Jahre als Religionslehrer am Gymnasium Remigianum in Borken/Westfalen, wo er neun Jahre zuvor sein Abitur gemacht hatte. Es folgten neun Jahre als Pfarrer im Neubauviertel Hartenberg in Mainz, anschlie-fiend vier Jahre als Religionslehrer am Bonaventura-Gymnasium in Diliingen/ Donau. Wahrend seiner Zeit als Lehrer betreute er regelmafiig Filialgemeinden der Umgebung. P. Rack ist alsó ein Mann der Praxis, gefordert in verschiedenen Sparten der Seelsorge, vor allém von der Jugend. Er kennt sich in der Verkündi-gung des Wortes Gottes aus und weifi, wo den Prediger der Schuh drückt. Ich wünsche ihm, dem passionierten Wanderer und Bergsteiger, die Kühnheit des Gipfelstürmers und unbeirrbares Durchstehvermögen bei Wind und Wetter.
Nun sind wir mit unserem Mitbruder P. Stendebach für einige Zeit zu dritt, bis eben die Pendeiuhr mit ihrem Spruch aus dem Prasens ins Perfekt hinüber-wechselt.
Mit freundlichen Grüfien
Ihi P. Alfons Schiodi