Bővebb ismertető
Auf ein Wort unter uns
Liebe GW-Leser,
wer mit Jugendlichen Gottesdienste vorbereitet, hat vermutlich ahnliche Erfah-rungen gemacht wie ich bei der Schulmefivorbereitung.
Da komme ich in eine Klasse der Mittelstufe und kündige an: »In vier Wo-chen seid ihr an der Reihe, die Schulmesse zu gestalten.« Erste Feststellung der Schüler: »Da brauchen wir zuerst einmal ein Thema!« Und gleich beginnt die Diskussion darüber. Für mich ist es interessant zuzuhören, welche Themen vor-geschlagen und wie sie beurteilt werden. Man sieht, was diese jungen Menschen bewegt. Hat die Klasse sich endlich auf ein Thema geeinigt - das kann Stunden dauern -, dann werden dazu passende Lieder, Fürbitten und Lesungen ausge-wahlt. Am wenigsten interessierte dabei die Wahl der Perikopen; sie überliefi man mir.
So vorzugehen scheint beliebt und weitverbreitet zu sein. Kein Zweifel, der Predigthörer wird dabei ernstgenommen (wie wichtig das ist, davon handelt der nachfolgende Beitrag von A. Mertens). Trotzdem hatte ich ein Unbehagen dabei; denn am Ende lief es meist auf einige wenige Modethemen hinaus. Deshalb ver-suchte ich, die Schüler und die anderen Religionslehrer für ein anderes Vorge-hen zu gewinnen: Ausgangspunkt der Vorbereitung soll in der Regei das Tages-evangelium oder der Tagesheilige sein. Die Schüler machten bisweilen lange Gesichter, wenn da »blofi« von Auferstehung, von Vergebung oder von Wach-samkeit die Rede war. Doch finde ich es entschieden besser, wenn wir uns den Perikopen des Tages stellen, uns alsó »unter das Wort stellen-, statt demokra-tisch darüber abzustimmen, welche Botschaft wir hören möchten. Gottes Wort soll uns ja nicht (nur) bestatigen, sondern unseren Horizont erweitern. »Er führt mich hinaus ins Weite; mit meinem Gott überspringe ich Mauern« (vgl. Ps 18).
Deshalb sollte auch die Formulierung »Gottesdienst zum Thema « aus unse-rem Sprachgebrauch verschwinden. Gewifi gibt es Anlasse, die im Gottesdienst aufgegriffen werden können und sollen, z.B. Erntedank, Ferienbeginn, Schul-entlassung. Sie geben dem Gottesdienst eine gewisse thematische Farbung oder Akzentuierung. Aber diese Anlasse sind vorgegeben und nicht in unser Belieben gestellt; wohl niemand wird von einem "Gottesdienst zum Thema Schul-entlassung" sprechen.
Lukas berichtet vom Besuch Jesu bei den beiden Schwestern des Lazarus (vgl. 10,38-42). Marta machte sich Sorgen und gab sich grofíe Mühe, das Richtige zu tun. Maria hingegen setzte sich dem Herrn zu Füfien und hörte auf das, was er ihr in dieser Stunde verkündigen wollte. Damit hatte sie bekanntlich das Bessere gew'áhlt.
Mit freundlichen Grüfien
Ihr P. Rainer Rack OMI