Bővebb ismertető
Vorwort
In diesem Band werden für den Gottesdienst zwei klassische Gebetsfor-men angeboten: das Kollekten- und das Fürbittengebet. Am Ende des Eingangsteils unserer durch Jahrhunderte gewachsenen Gottesdienstliturgie steht das Kollektengebet. Es faBt in geordnetem Auf-bau und mit regelmálBig wiederkehrenden Sprachformen das Gebet der versammelten Gemeinde zusammen. Dahinter steht die Erkenntnis, daB sich die Gemeinde Jesu Christi immer in betender Haltung Gott náhert. Ursprünglich wurde die Gottesdienstfeier mit formulierten wie freien Gebeten eröffnet. Der Liturg »sammelte« die vorgetragenen Gebetsanlie-gen - daher Kollektengebete (lat. coliigere = sammeln) - und brachte sie mit wenigen Worten zum Ausdruck. Die lateinische Urfassung dieser Kollektengebete Spiegelt eine strenge Ordnung und Sprache wider. Ihr Auf-bau setzt sich aus drei Grundteilen zusammen: erstens Anrede, zweitens Bitté und drittens trinitarischer SchlulB.
Bis in unsere Tage habén sich Aufbau und Sprachform der Kollektengebete erhalten. Damit ist eine alte kirchliche Tradition über Jahrhunderte hinweg lebendig geblieben. Der Versuch, Kollektengebete in freier Anknüpfung an ursprüngliche Vorlagen neu zu formulieren, soll bewuBt diese Tradition aufgreifen. Die Stimme der versammelten Gemeinde ver-gangener Jahrhunderte verstummt nicht; sie lebt weiter in den für den heutigen Gottesdienstbesucherzur Sprache gebrachten Kollektengebe-ten. So nimmt vor allém die Bitté, der zweite Teil des Kollektengebetes, entweder die Thematik der Kirchenjahreszeit oder ein Anliegen des jewei-ligen Sonntags auf. Wenn auch ursprünglich das Kollektengebet nicht als Hinführung zur Epistel- und Evangeliumslesung verstanden wurde, so sind meines Erachtens heute Anklánge an diese Schriftlesungen erlaubt. Das Fürbittengebet, auch Allgemeines Kirchengebet genannt, nimmt in seinen Eingangssatzen den trinitarisch geformten SchluB des Kollektengebetes wieder auf. Es bildet in der Form des lutherischen Gottesdienstes den AbschluB des Wortteiles. In diesem Gebet werden die »allgemeinen«, d. h. alle Christen angehenden Anliegen vor Gott gebracht. Seinem Wesen nach ist es ein Fürbittengebet: Fürbitte für die Kirche Jesu Christi, für die Welt und für die Nöte und Leiden des Menschen. Drei klassische Formen des Fürbittengebetes habén sich schon in den Antángen der Kirchenge-schichte entwickelt. Die gebrauchlichste Form ist die der »Prosphonese«. Der Liturg trágt - zum Altar gewandt - die Fürbitten alléin vor. Haufig wird