Bővebb ismertető
Lebendige Vergangenheit
Briefwechsel zwischen Eduard Thurneysen und Karl Barth aus den Jahren 1921-1925
Vorrede
Eduard Thurneysen steht im Begriff, die Grenze zu überschreiten, jenseits derer des Menschen Lebenszeit den Charakter einer freundlich gewährten Zugabe («und wenn es hoch kommt. . . », Ps. 90, 10) annimmt. Wann lebte man je anders als von Gottes freier Gnade? Doch merkt man es, nur noch auf jene Zugabe angewiesen, wohl noch besser, unmittelbarer, dringlicher, aber auch fröhlicher und dankbarer, daß man von etwas anderem wirklich nicht leben kann, eben davon aber wirklich leben darf.
Da ich die Ehre und die Freude habe, in diesem Buch vom Gottesdienst und vom Menschendienst als erster ein Wort sagen zu dürfen, soll dies, nachdem ich selbst die bewußte Grenze vor zwei Jahren überschritten, vor allem eine Art dem Jubilar zugewendeter Willkommensgruß sein: eben in dem Bereich, in welchem der Mensch das, worauf alles ankommt, noch ein wenig besser, will sagen: dankbarer verstehen und ergreifen darf als vorher — im Rat der « Alteren», der jiQeoßvTEQoi, der seniores!
Ja, lieber Eduard Thurneysen, es ist so weit, daß auch wir uns in der Situation von solchen zurechtzufinden haben, denen, nachdem sie in der ihnen bisher gegebenen Zeit schlecht und recht taten, was sie konnten, übrigbleibt, ein paar letzte Garben (auch jetzt Kraut und Unkraut!) einzubringen: Alles angesichts des Gerichtes, von dem wir früher, als es uns persönlich noch in größerer Ferne entgegenkam, wissend und doch weniger wissend, eifriger und schärfer zu reden pflegten als heute. Immerhin: das war uns doch wohl von jeher vor Augen, daß dieses Gericht eine gute Sache ist und so auch dies: ihm