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Aus dem
Vorwort zur ersten Auflage (1926)
Je mehr die Gegenwart der Vorzeit wieder gerecht zu werden beginnt, um so mehr erkennt man auch in der Orgel die größte Repräsentantin dafür.
Fr. Brendel
Die vorliegende Arbeit über den berühmten Orgelbauer Gottfried Silbermann ist aus einer Reihe von Studien zur Geschichte des Orgelbaues hervorgegangen. Den äußeren Anlaß für die Beschäftigung mit Silbermann bot mir die im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts zwischen den Anhängern und Gegnern der sogenannten „elsässisch-neudeutschen Orgelreform" ausgebrochene Fehde, in deren Verlauf die Vorzüge und Nachteile des Silbermannschen Orgelbaues aufs leidenschaftlichste erörtert wurden. Ich habe versucht, die Stellung Gottfried Silbermanns in ihrem Vorher und Nachher innerhalb der Entwicklung des deutschen Instrumentenbaues festzulegen. Deshalb behandele ich auch eingehend die beiden Orgelbauer Eugen Casparini und den Straßburger Andreas Silbermann als Vorläufer von Gottfried Silbermann. Ebenso ist den Schülern Gottfried Silbermanns ein beträchtlicher Teil der Ausführungen gewidmet. Von etwa 50 Orgelwerken Gottfried Silbermanns sind heute noch 36 vorhanden. Von diesen kenne ich 25 aus eigener Anschauung.
Wo sich die Geschichte einer Orgel zurückverfolgen ließ, ist dies geschehen, ebenso habe ich mich nicht vor Berührungen mit nachbarhchen Gebieten, z. B. Kirchenmusik, Orgelspiel, Instrumentenbau usw. gescheut.
Möge das Werk ein weiterer Baustein für die musikgeschichtliche Erforschung jener Zeit sein, die uns durch die Großtaten eines Bach und Händel teuer ist, möge es die Liebe zu den Werken jenes Meisters erwecken, der für den Instrumentenbau jener „versunkenen Welt der Grazie und des Geschmacks" der beste Repräsentant ist.
Vorwort zur zweiten Auflage (1952)
Als vor reichlich einem Vierteljahrhundert mein Buch über den kursächsischen Hof- und Landorgelbauer Gottfried Silbermann erschien, war dessen Name wohl bei den Musikhistorikern und Orgelfachleuten bekannt, aber wie wenige unter ihnen wußten etwas von der sprühenden Vitalität dieser Orgeln, in denen tatsächhch „alles lachet und lebet". Das ist im Laufe der seitdem vergangenen Zeit gewiß anders geworden. Die Orgel hat überhaupt gegen früher
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