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EINE HERBERGE Zwey Keutersknechte an einem Tisch, Ein Bauer und ein Fuh rmann am andern beym Bier. ERSTER REUTER. Trinck aus, dass wir fortkommen, unser Herr wird auf uns warten. Die Nacht bricht herein; und es ist besser eine schlimme Nachricht als keine, so weiss er doch woran er ist. ZWEYTER REUTER. Ich kann nicht begreifen wo der von Weisling hingekommen ist. Es ist als wenn er in die Erd geschlupft wáre. Zu Ners- 5 hem hat er gestern übernachtet, da sollt er heute auf Crailsheim gangén seyn, das ist seine Stras, und da war er morgen früh durch den Winsdorfer Wald gekommen, wo wir ihm wollten aufgepasst und für's weitere Nacht Quartier gesorgt habén; unser Herr wird wild sein, und ich binn's selbst dass er uns entgangen ist, iust da wir glaubten wir hátten ihn schon. 10 ERSTER REUTER. Vielleicht hat er den Braten gerochen, denn seiten dass er mit Schnuppen behafft ist. Und ist einen andern Weeg gezogen. ZWEYTER REUTER. Es árgert mich! ERSTER REUTER. Du schickst dich fürtrefflich zu deinem Herrn. Ich kenn euch wohl. Ihr fahrt den Leuten gern durch den Sinn und könnt 15 nicht wohl leiden dass euch was durch fáhrt. BAUER am andern Tisch. Ich sag dir's, wenn sie einen brauchen, und habén einem nichts 2u befehlen, da sind die vomehmsten Leüt iust die artigsten. FUHRMANN. Nein geh! Es war hübsch von ihm und hat mich von Herzen gefreut, wie er geritten kam und sagte: liebe Freund, seyd sogut, 20 spannt eure Pferd aus und helfft mir meinen Wagen von der Stell bringen. Liebe Freund, sagt er, wahrhaíítig es ist das erstemal daB mich so ein vornehmer Herr lieber Freund geheissen hat.