Bővebb ismertető
Die deutsche Kultur des achtzehnten Jahrhunderts hat im Ver-
gleich zu ihren glanzvollen Leistungen auf dem Gebiete der
Musik, Literatur und Architektur kaum einen Maler von über-
durchschnittlichem Format hervorgebracht. Ein bedeutender
Teil der Aufträge, die Adel, Kirche und Bürgertum zu ver-
geben hatten, ist von Ausländern ausgeführt worden. Die
schönsten Deckengemälde des gesamten Zeitalters, die Fresken
in der Würzburger Residenz, hat Giovanni Battista Tiepolo,
ein Italiener, gemalt. An den Höfen arbeiteten neben dessen
Landsleuten vor allem Franzosen; und einem Schweizer, Anton
Graff aus Winterthur, war es vorbehalten, dem aufstrebenden
deutschen Bürgertum die Porträtmalerei zu geben, die dessen
Idealen und Charakterzügen in fast vollkommener Weise ent-
sprach. Nicht zuletzt ist es Graff auch zu verdanken, daß das
Antlitz vieler bedeutender Geister des achtzehnten Jahrhun-
derts für die Nachwelt im Bilde festgehalten wurde.
Als Graff 1766 an die zwei Jahre vorher gegründete Dresdner
Kunstakademie berufen wurde, um das Porträtfach zu be-
setzen, war er noch ein unbekannter junger Maler. Sein Selbst-
bildnis von 1765 hatte zwar in Dresden Anerkennung gefun-
den, aber es zeugt dennoch von Mut und Weitsicht, daß
der Direktor der Akademie, der in Kunstdingen erfahrene und
feinfühlige Christian Ludwig von Hagedorn, sich für GrafFbeim
sächsischen Hof einsetzte; denn mit dem Amt des Lehrers an
der Akademie war gleichzeitig das des Hofmalers verbunden.
Graff scheint anfangs dem Dresdner Angebot recht zurück-