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»Und an dem Ufer steh' ich lange Tage, das Land der Griechen mit der Seele suchend«, läßt Goethe seine Iphigenie sagen. Sie spricht damit nicht nur für sich selbst, sondern für alle humanistisch Gebil- deten, denn die Kultur des gesamten Abendlandes hat ihren Ur- sprung in Griechenland. Um 5000 v. Chr. entwickelten die Kreter eine ganz neue, einmalige Kultur, die sich um 2000 als die minoische zu vollster Blüte entfaltete und später in Mykene fortlebte. Diese Kultur zeigt eine Verfeinerung, wie man sie zuvor vielleicht nur in...
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»Und an dem Ufer steh' ich lange Tage, das Land der Griechen mit der Seele suchend«, läßt Goethe seine Iphigenie sagen. Sie spricht damit nicht nur für sich selbst, sondern für alle humanistisch Gebil- deten, denn die Kultur des gesamten Abendlandes hat ihren Ur- sprung in Griechenland. Um 5000 v. Chr. entwickelten die Kreter eine ganz neue, einmalige Kultur, die sich um 2000 als die minoische zu vollster Blüte entfaltete und später in Mykene fortlebte. Diese Kultur zeigt eine Verfeinerung, wie man sie zuvor vielleicht nur in Ägypten findet. Aus neuem Ur- sprung heraus entstand um etwa 900 v. Chr. der sogenannte Geome- trische Stil auf dem griechischen Festland, aus dem sich um etwa 700 die archaische Kultur entwickelte. Diese wurde zusehends realisti- scher, setzte sich fort in der klassischen griechischen Kunst, die im 5. Jh. v. Chr. ihren Höhepunkt erreichte und im sogenannten Helle- nismus (300-100) nachwirkte. Die Vollendung der griechischen Klassik in Baukunst, Plastik und offensichtlich auch der Malerei (von ihr ist nur noch die Vasenmalerei erhalten, die Fresken sind ver- schwunden) wurde in immer neuen Versuchen nachgeahmt. Erreicht wurde sie frühestens wieder in der Renaissance. Dem Barock diente die griechische Kunst ebenso als Vorbild wie dem Klassizismus und selbst in der Romantik und der abstrakten Kunst lassen sich Ur- sprünge oder Adaptionen aus der griechischen Antike nicht ganz ver- leugnen. Die gesamte europäische Kultur basiert also auf der griechi- schen, und es ist kein Wunder, daß immer wieder unzählige Bewun- derer ehrfürchtig zur Akropolis aufblicken und die zahllosen Gra- bungsfunde der Archäologen auf dem Festland und den Inseln be- staunen. Die Nachwelt verdankt den alten Griechen aber nicht nur grandiose Bauwerke und Statuen. Zahllose Sagen und Mythen geben uns ein Bild von ihrem geistigen und kulturellen Leben und ihrer Weltan- schauung. In diesem Land philosophierten Sokrates, Piaton und Ari- stoteles über den Ursprung der Welt und des Denkens. Männer wie Pythagoras und Euklid leisteten Großes auf dem Gebiet der Natur- wissenschaften. Griechenland gilt als Ursprungsland des Theaters, und im Stadion von Olympia fanden die ersten Olympischen Spiele statt. Homer wird allgemein als der Vater der Geschichtsschreibung angesehen, und die Bürger des Stadt-Staates Athen praktizierten zum ersten Mal das, was wir heute Demokratie nennen.

Termékadatok

Cím: Griechenland [antikvár]
Kiadó: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur. Nachf.
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
ISBN: 3426260530
Méret: 120 mm x 200 mm
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