Bővebb ismertető
VorwortDie Geschichte der Menschheit stand im 5. Jahrhundert V. Chr. an einem Wendepunkt. Damals ging ein Licht auf, das bis auf den heutigen Tag alles bestrahlt. Europa ist das Ergebnis, und in Griechenland liegt der Schlüssel für seine Entstehung. Was im 5. Jahrhundert in Griechenland geschah, war Teil einer langfristigen Entwicklung.Geschichte, Kunst oder Dichtung der Griechen können ohne eingehende Kenntnis der Frühgeschichte, der Landschaft, des BClimas, der Berge und Rüsse und der Lebensbedingungen nicht wirklich verstanden werden. Um dies Verständnis zu erreichen, muß man die Ruinen und Stätten der Griechen kennenlernen; dieses Kennenlernen ist eine Tätigkeit, die Freude macht, selbst dann, wenn man sich hierzu lediglich der Seiten eines Buches bedient. Dieses Buch will versuchen, zum Verständnis der alten Griechen beizutragen: zum Verstehen sowohl ihrer seelisch-geistigen als auch ihrer Naturvorstellungen. Es handelt von ihrer Geschichte, ihren Reisen und ihrer Besiedelungspolitik sowie von ihren Künsten und anderen Errungenschaften. Dazu gehören Philosophie, Medizin, Naturwissenschaften, Theater, Steinbaukunst, ein neuartiges Wirtschaftssystem und die Rechtsordnung.Dieses Unternehmen - die Darstellung der Griechen - klingt einfach, ist in Wirklichkeit jedoch ziemlich umfangreich; Bilder und Pläne, Karten und erklärender Text sind kein Luxus, sondem reine Notwendigkeit. Die Form eines Atlas ist hierfür ideal, doch selbst auf diese Weise kann nicht alles behandelt werden. Niemand hat alle griechischen Ausgrabungsstätten, die es gibt, besucht, und nur sehr wenige Gelehrte kennen sämtliche antiken Reste in Griechenland selbst, sei es innerhalb oder außeriialb der Museen. Ganz bestimmt existiert kein Buch, in dem man sie alle finden kann. Kein Versuch, Licht in diese ungeheure Menge an Material oder in die vielen Jahrhunderte der griechischen Geschichte zu bringen,- kann absolute Gültigkeit für sich beanspruchen. Ein neuer Versuch kann sicher den persönlichen Einsatz an Passion und Wissen, die in ihn eingegangen sind, fiir sich in Anspruch nehmen, aber das ist dennoch nicht genug. Ein derartiges Buch muß zumindest die geschichtlichen Zusammenhänge darstellen und darf sich nicht dort in Widerspruch zu den Gegebenheiten stellen, wo diese tatsächlich bewiesen sind. Die Verbindung von Text und Illustrationen sowie die Gesamtplanung des Buches (eher Aufgabe des Herausgebers als des Autors oder besser beider zusammen) sollen soweit irgendmöglich diese Zusammenhänge und ihre Richtigkeit unterstreichen helfen.Selbstverständlich bedeutete Planen Auswählen. Und Auswahl heißt immer, daß man Kompromisse schließen muß. Wir haben versucht, neue und ungewöhnliche Abbildungen zu bringen, zeigen aber auchberühmte Dinge, deren Vorenthaltung eine Sünde wäre. Gleicherinaßen mußten wir uns innerhalb des Textteils bei bestimmten Themen und Anekdoten auf eine Auswahl beschränken.Ich könnte nun eine beeindruckende Aufzählung der bedeutenden Männer anschließen, die meine Lehrer waren. Ich bin mir jedoch im klaren darüber, daß dies Buch alles andere als ein streng durchgehaltener gelehrter Beitrag ist, der ihnen gerecht würde. Ich hoffe zwar, daß es hier und da zur Bildung beiträgt, das ist jedoch nicht sein Hauptzweck. Es soll vielmehr Erklärungen bieten, informieren, Neugierde wecken, zum Widerspruch herausfordern und die Vorstellungskraft meiner mir unbekannten Leser in Bewegung setzen. Das Buch soll überdies meiner Frau, die die griechische Sprache nicht und die lateinische kaum beherrscht, sowie meinem 9jährigen Stiefsohn so einleuchtend wie möglich verdeutlichen, was mich an der Geschichte und dem Weltbild der Griechen so interessiert und bewegt hat. Gewiß fasziniert mich die Welt der Griechen mehr als ihre Geschichte, aber Geschichte erklärt nun einmal die Welt. Deshalb habe ich mich bemüht, Kunst und Literatur sowie umfangreiche Gebiete wie Recht und Wissenschaft als Bestandteile der Geschichte zu behandeln.Wenn man sich ständig mit dem Stoff eines lebenslangen Studiums befaßt, so kann man kaum vorhersehen, was in einem besonderen Moment, wie z. B. beim Schreiben, die Oberhand gewinnt. Da ist es dann gut, daß die lange Zeitdauer, die die Produktion eines Buches erfordert, das rechte Gleichgewicht wiederherstellt. Auch die Ratschläge besser informierter Wissenschaftler sind da sehr hilfreich. Erwähnen möchte ich hier besonders Thomas Braun vom Merton College in Oxford, der mich in historischer Hinsicht beraten hat, und John Boardman, der mich in Fragen der Kunst und der Archäologie unterstützte. Thomas Braun versah mich auch mit kartographischen Informationen und verfaßte die Texte der Landkarten, Professor Boardman schrieb eigene Artikel über die Entwicklung der Vasenmalerei und über die Skulpturen des Parthenon; Dr. Colin Kraay schrieb einen Artikel über das griechische Münzwesen, Dr. Richard Witt über die Musik. Von Zeit zu Zeit habe ich die gelehrten Ratschläge bei nochmaliger Durchsicht außer Acht gelassen. Das ist mein Fehler. Darum muß ich den Leser bitten, dieses Buch nicht als absolut zuverlässigen und brauchbaren Leitfaden zu betrachten. Ich habe mich zwar redlich bemüht, es in gewissen Grenzen so zuverlässig wie möglich zu halten, aber geschrieben wurde es, um Anregungen zu geben, Interesse zu wecken und um zu unterhalten. Es gibt ganze Bibliotheken voller Bücher über die klassischen Zeitalter, die nüchterner sind als dieses - wenige jedoch, wie ich meine, deren Absicht lauterer war.