Bővebb ismertető
Vorwort.
Da ich diese für weiteste Kreise geschriebene kurze Geschichte der ersten Hälfte der griechischen Philosophie nicht mit Anmerkungen belasten und in ihnen die Begründung meiner Auffassung der einzelnen Philosophen und ihrer Gedanken niederlegen kann, möchte ich für die Beurteilung durch den Fachmann einige Bemerkungen vorausschicken. Die hier auf das Wesentlichste beschränkte Darstellung ist meinen in diesem Winter an der Universität Leipzig gehaltenen Vorlesungen über die Philosophie der Griechen entsprungen. Sie geht überall auf die Quellen zurück und bemüht sich, von ihnen, besonders bei den Vorsokratikern, wenigstens so viel mitzuteilen, als zu einer lebendigen Einfühlung in die immer wieder anderen Individualitäten unbedingt notwendig ist. Vermieden wurde jede Konstruktion von Zusammenhängen, die in den Quellen nicht gegeben sind, die Eintragung moderner philosophischer Begriffe und Gedankenreihen, das Hineindeuten einer Systematik, wo eine solche nicht zu belegen ist, und die übliche, aber dem Stoffe Gewalt antuende Trennung des rein Philosophischen vom Religiösen, Mystischen und Künstlerischen. Von der griechischen Geschichte und Kultur wurde so viel herangezogen, als zum lebendigen Erfassen der Persönhchkeiten und ihres Denkens unentbehrlich ist. Aus der rationalen Problemgeschichte hinüberzuleiten zu einem Nacherleben griechischen Geistes und des Reichtums, den er uns heute noch zu geben hat, war vor allem mein Bestreben, das sich auch in der Formgebung ausdrücken sollte, zu der mich die Liebe zur Sache drängte.
Leipzig, den 3. Mai 1922.
Dr. Hans Leisegang.