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Erstes Kapitel
Mittag war es gerade an jenem Sonntag, als der Sheriff mit Lucas Beauchamp beim Gefängnis anlangte, wiewohl die ganze Stadt (die ganze Grafschaft vielmehr) seit dem Abend vorher wußte, daß Lucas einen Weißen umgebracht habe.
Er war da und wartete. Er war der erste; müßig, doch sich bemühend, mit etwas anderem beschäftigt oder zumindest unbeteiligt zu wirken, stand er unter dem Vordach der geschlossenen Schmiedewerkstatt gegenüber dem Gefängnis, wo es weniger wahrscheinlich war, daß sein Onkel ihn sehen würde, falls oder besser: sobald er wegen der Elf=Uhr= Post über den Stadtplatz zum Postamt ging.
Denn er kannte Lucas Beauchamp auch - so gut, heißt das, wie nur irgendein Weißer ihn kannte. Besser wohl als irgendeiner, es sei denn Carothers Edmonds, auf dessen Besitzung siebzehn Meilen von der Stadt Lucas wohnte - weil er im Haus von Lucas einmal eine Mahlzeit zu sich genommen hatte. Es war das im Frühwinter vor vier Jahren; er war da= mals erst zwölf Jahre alt gewesen, und das war so gekommen: Edmonds war ein Freund seines Onkels; die beiden hatten zusammen auf der Staatsuniversität studiert, wohin sein Onkel nach der Rückkehr von Harvard und Heidelberg gegangen war, um sich genügend in der Juris= prudenz zu vervollkommnen, daß er zum Grafschafts=Anwalt gewählt werden konnte, und am Tag vorher war Edmonds in die Stadt herein= gekommen, um mit dem Onkel eine amtliche Sache zu besprechen, und hatte bei ihnen übernachtet, und beim Abendessen hatte Edmonds zu ihm gesagt:
»Komm morgen mit hinaus zu mir und geh auf Hasenjagd«, und dann zu seiner Mutter: »Ich schicke ihn morgen nachmittag wieder heim. Ich gebe ihm einen Boy mit, wenn er mit der Flinte hinausgeht«, und dann wieder zu ihm: »Er hat einen guten Hund.«
»Er hat einen Boy«, sagte der Onkel, und Edmonds sagte:
»Geht sein Boy auch auf Hasen?« und sein Onkel sagte:
»Kannst dich drauf verlassen, daß er deinem nicht ins Gehege kommt.«
So fuhren denn er und Aleck Sander am nächsten Morgen mit Ed= monds heim. Es war kalt an dem Morgen damals, der erste Kälteein= bruch des Winters; die Hecken waren bereift und steif vor Frost, und das stehende Wasser in den Chausseegräben war mit dünnem Eis überzogen.