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EINFÜHRUNG
Die Bedeutung GBs als eine der großen Wirtschaftsmächte der Welt schwindet seit Jahrzehnten. Einige datieren das Einsetzen des Niedergangs bereits auf 1880 und meinen, die Zugehörigkeit zu den Siegermächten der beiden Weltkriege habe nur eine stetige Tendenz bemäntelt. Andere wählen 1945 als das Stichdatum und verweisen auf GBs Unfähigkeit, den anhaltenden Nachkriegsboom des Welthandels zu nutzen, die sie als Zeichen eines endgültigen Bruchs mit der Vergangenheit deuten. Die Zahlen zeigen, daß GBs Anteil am Welthandel in diesem Jahrhundert stark gesunken ist. Das allein wäre jedoch noch kein Grund zur Sorge. Da neue Nationen auf den Weltmarkt drängten, mußte der Anteil der älteren Industrieländer zurückgehen. Frankreich, der Bundesrepublik und Italien erging es ähnlich.
Der Hauptunterschied liegt darin, daß GB wirtschaftlich klar hinter die anderen europäischen Länder zurückgefallen ist. In den drei Jahrzehnten zwischen 1950 und 1980 wuchs das britische BSP pro Kopf jährlich nur um knapp 2 %. In Frankreich wuchs es im selben Zeitraum um 3,5 % pro Jahr und in der BRD um mehr als 4,5 %. War GB noch 1950 die sechstreichste Nation, lag es 1980 an 22. Stelle, bei weiterhin fallender Tendenz.
Die britische Krankheit: eine Diagnose
Warum kam es so? Für einige ist die Antwort klar: die britische Krankheit. Schlechtes Management; schlechte Quahtät; altmodische Einstellungen; überholtes Design; und vor allem Streiks, Streiks und nochmals Streiks. Aber das sind Symptome, keine Ursachen. Die interessantere Frage lautet, wie sich eine gesunde Nation die britische Krankheit holt. Im Jahr 1979 war Margaret Thatcher sicher, die Antwort zu kennen: Sozialismus. Nicht die heiße, vollblütige Variante, sondern der schleichende Sozialismus staatlicher Eingriffe in Bereiche der Wirtschaft, wo der Staat nichts zu suchen hat. Staatsinterventionen verzerrten die Verteilung von Rohstoffen und, schlimmer noch, führten unausweichlich zur Inflation, weil die Regierung mehr und mehr Geld drucken mußte, um ihre eigenen fehlgeleiteten Ausgabenprogramme zu finanzieren.
und eine Therapie?
Thatcher entschied, erstens, die Inflation zu bekämpfen, und zweitens, die Steuern zu senken, zu Reprivatisieren und der Wirtschaft freien Lauf zu lassen. Aber 1979 war kein günstiger Zeitpunkt, die Inflation aus dem System zu pressen. Nach dem zweiten Anstieg des Ölpreises rutschte die Wirtschaft in die Rezession, und zwar in die schlimmste seit den 30er Jahren. Zwischen Mitte 1979 und Mitte 1981 fiel der Produktionsausstoß etwa um 15 %, und die Arbeitslosenzahl verdoppelte sich von 1,2 Mio auf 2,4 Mio.
Seit dem Tiefpunkt der Rezession im Sommer 1981 gab es offenbar eine dramatische Umkehr: Sechs Jahre ununterbrochenen Wachstums von etwa 3 % durchschnittlich im Jahr. Am Weltmaßstab gemessen zwar keine überraschend starke Erholung. Aber es war eben Wachstum ohne beschleunigte Inflation und, wichtiger noch, GBs Expansionsrate stieg