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Vorwort.
Vorwort zur 2. Auflage
Seit dem Erscheinen der ersten Auflage dieses Buchs ist in Deutschland und
im Ausland mündlich und schriftlich oft über die darin behandelten Probleme
diskutiert worden. Dieser lebhafte und interessante Meinungsaustausch hat von
neuem gezeigt, daß über die Grundlagen der „Größenrechnung" auch heute noch
eine beträchtliche Unsicherheit besteht. Das ist nicht verwunderlich; denn noch
vor wenigen Jahrzehnten war fast nur das Rechnen mit Zahlenwerten bekannt,
und in den Hörsälen wurde gelehrt, daß die Mathematik ein Hilfsmittel sei, dem
man nur Zahlen zuführe und das deshalb auch nur Zahlen liefern könne. Noch
heute halten sich viele für Anhänger des ,,Größenkalküls", wenn sie aus zweck-
mäßig detinierten Einheiten und gemessenen Zahlenwerten „Größen" zusammen-
setzen und die drei Begriffe Einheit, Zahlenwert und Größe dann sauber aus-
einanderhalten.
Ich habe deshalb bei der zweiten Auflage noch mehr als bei der ersten meine
Aufmerksamkeit den Grundlagen der Größenrechnung zugewandt und, um
sie ganz klarzustellen, auch eine geringe Vergrößerung des Umfangs in Kauf ge-
nommen. Den Lesern der ersten Auflage, die mich auf verbesserungsfähige Stellen
aufmerksam gemacht haben, spreche ich auch hier meinen Dank aus.
In seinem Aufbau und in seinen Hauptzügen ist das Buch unverändert ge-
blieben. Ich bin dabei so weit gegangen, sogar an der Einteilung des Stoffs in
Paragraphen nur wenig zu ändern.
Es ist mir nahegelegt worden, auf die erkenntnistheoretische Seite der Pro-
bleme und auf ihre Begründung im Sinne einer „ Größen-Axiomatik" ausführlich
einzugehen. Ich habe mich jedoch zu dem Versuch einer solchen Erweiterung
nicht entschließen können, nicht nur, weil ich weder Philosoph noch Axiomatiker
bin, sondern vor allem weil ich in der Leichtverständlichkeit eines solchen Buchs
eine seiner erstrebenswertesten Eigenschaften sehe.
Waldenburg (Württ.),
Juli 1956.
J. Wallot.