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VORWORT
Großvater Emil hat Lachfältchen um die Augen und einen imposanten Schnauzbart. An seiner Weste hängt eine Uhrkette, und er wirkt recht zufrieden mit sich, wie er da vor seiner Werkstatt steht, sich seines Ansehens als ehrbarer Handwerker gewiß.
Großvater Otto trägt einen schweren Mantel mit Pelzbesatz - die Winter waren kalt im Osten - und blickt, breitbeinig, auf einen Stock gestützt, mit ernstem Gesicht geradewegs in die Kamera. Ganz selbstbewußte Autorität.
Meine Großväter kenne ich nur von Photos. Schwer vorstellbar, daß sie sich dazu herabließen, mit Enkelkindern auf dem Boden Türmchen zu bauen. Und doch weiß ich aus Erzählungen, daß sich der gestrenge Herr im Paletot mit der Geburt des ersten Enkels in einen begeisterten und unermüdlichen Großvater verwandelte, der selbst seiner Schwäche für die holde Weiblichkeit über Nacht abschwor und nur noch seiner neuen Liebe lebte - dem Enkel.
Derartige wunderbare Verwandlungen geschehen tagtäglich. Überlastete, von beruflichen Sorgen geplagte Väter entpuppen sich zum Erstaunen ihrer Umgebung als geduldige und verständnisvolle Großväter, die sich den Enkeln geradezu mit Hingabe widmen. Und es sind durchaus nicht Patriarchen alten Stils, die da zum Vorschein kommen, denn nicht nur die emanzipierten Großmütter haben schwungvoll das Spitzenhäubchen abgeworfen. Auch die neuen Großväter lassen Pantoffeln und Ohrensessel weit hinter sich und ergreifen die Initiative. Sie haben im Laufe ihres aktiven Lebens schließlich auch genügend Schätze an-
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